Kompromiss: Ein Ausgleich widerstreitender Interessen, der jedem Kontrahenten die Genugtuung verschafft, dass er das bekommen hat, was ihm nicht zusteht, und dass ihm nur das genommen wurde, was ihm zusteht.
- Ambrose Gwinnett Bierce
Klugwort Reflexion zum Zitat
Ambrose Bierce beschreibt hier den Kompromiss auf zynische Weise: Er ist nicht nur eine faire Einigung, sondern auch eine Vereinbarung, bei der beide Seiten sich betrogen fühlen – weil sie nicht das bekommen, was sie wollten, sondern etwas, das sie als ungerecht empfinden.
Dieses Zitat fordert uns auf, über die Natur von Verhandlungen und politischen Entscheidungen nachzudenken. Kompromisse werden oft als ideale Lösung dargestellt, aber Bierce zeigt, dass sie oft niemanden wirklich zufriedenstellen. Statt eine ideale Lösung zu finden, entsteht eine halbgare Einigung, die alle Beteiligten in gewisser Weise frustriert.
Besonders in der Politik erleben wir dieses Phänomen regelmäßig: Jede Partei gibt etwas nach, fühlt sich aber dennoch benachteiligt. Doch bedeutet das, dass Kompromisse schlecht sind? Oder sind sie schlicht das unvermeidbare Ergebnis menschlicher Konflikte? Bierce lädt uns dazu ein, über den wahren Wert von Verhandlungen nachzudenken – und darüber, ob es bessere Alternativen gibt.
In einer Gesellschaft, in der politische und soziale Spannungen oft nur durch Kompromisse gelöst werden können, ist seine Perspektive besonders relevant. Sie zeigt, dass wir uns fragen müssen, ob unsere Lösungen wirklich gerecht sind – oder ob sie nur das geringste Übel darstellen.
Zitat Kontext
Ambrose Bierce (1842–1914) war ein amerikanischer Satiriker, Journalist und Autor, bekannt für seinen scharfen Humor und seine kritische Haltung gegenüber Politik und Gesellschaft. Sein berühmtestes Werk, 'The Devil’s Dictionary', bietet zynische Definitionen von Alltagsbegriffen.
Dieses Zitat steht im Kontext seiner skeptischen Haltung gegenüber Politik und menschlichem Zusammenleben. Bierce sah Kompromisse nicht als ideale Lösung, sondern als notwendiges Übel, bei dem niemand wirklich gewinnt.
Seine Worte sind auch heute noch aktuell, da sie die Unzufriedenheit vieler Menschen mit politischen Prozessen widerspiegeln. Während Kompromisse oft als Zeichen von Vernunft betrachtet werden, zeigt Bierce, dass sie oft dazu führen, dass alle Seiten sich betrogen fühlen. Sein Zitat lädt dazu ein, über die Grenzen von Verhandlungen nachzudenken und zu hinterfragen, ob es gerechtere Wege zur Problemlösung gibt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Ambrose Gwinnett Bierce
- Tätigkeit:
- US Schriftsteller, Journalist und Satiriker
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion