Keine Absurdität ist so offensichtlich, dass sie nicht in den Köpfen der Menschen verankert werden kann, wenn man sie vor dem fünften Lebensjahr einprägt, indem man sie ständig mit großer Ernsthaftigkeit wiederholt.

- Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat

Schopenhauer beschreibt hier einen zentralen Mechanismus menschlicher Prägung: Frühkindliche Überzeugungen können selbst die absurdesten Ideen tief im Geist verankern.

Diese Aussage weist auf die enorme Wirkung frühkindlicher Erziehung und Sozialisation hin. Wer in jungen Jahren mit bestimmten Überzeugungen konfrontiert wird – seien sie logisch oder nicht –, wird diese oft ein Leben lang als selbstverständlich betrachten. Dies betrifft religiöse, kulturelle, aber auch gesellschaftliche Normen.

Schopenhauers Zitat lädt dazu ein, kritisch über die eigenen Glaubenssätze nachzudenken. Welche Überzeugungen wurden uns in der Kindheit eingepflanzt? Sind sie tatsächlich rational oder nur eine Wiederholung dessen, was uns gesagt wurde? Die Erkenntnis, dass viele unserer tiefsten Annahmen nicht aus eigener Reflexion, sondern aus früher Prägung stammen, kann helfen, freier und bewusster zu denken.

In der heutigen Zeit, in der Fake News und gezielte Propaganda eine große Rolle spielen, bleibt sein Gedanke besonders aktuell. Manipulation beginnt oft mit der Wiederholung von Ideen, bis sie als unumstößliche Wahrheit erscheinen. Sein Zitat fordert dazu auf, nicht nur zu glauben, sondern zu hinterfragen – und sich der eigenen frühen Prägungen bewusst zu werden.

Zitat Kontext

Arthur Schopenhauer (1788–1860) war ein deutscher Philosoph, der besonders für seine pessimistischen Analysen über das menschliche Dasein und den Einfluss des Willens bekannt war.

Sein Zitat steht in der Tradition der kritischen Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher Manipulation und Erziehung. Schopenhauer erkannte, dass viele Überzeugungen weniger auf rationalen Überlegungen basieren als auf frühkindlicher Indoktrination. Dies betrifft Religion, Moral, aber auch politische und soziale Weltbilder.

Zu seiner Zeit war die Erziehung stark von dogmatischen Strukturen geprägt. Kinder wuchsen in festen Glaubens- und Gesellschaftsordnungen auf, die selten hinterfragt wurden. Schopenhauer kritisiert diese Mechanismen und verweist darauf, dass durch ständige Wiederholung selbst absurde Ideen zur ‚Wahrheit‘ werden können.

Auch heute ist sein Gedanke aktuell. Bildung, Medien und soziale Netzwerke beeinflussen frühzeitig, was Menschen für real halten. Seine Worte erinnern uns daran, dass wir nicht blind übernehmen sollten, was uns beigebracht wurde, sondern stets hinterfragen müssen, ob unsere Überzeugungen auf echter Erkenntnis beruhen oder nur das Produkt von Konditionierung sind.

Daten zum Zitat

Autor:
Arthur Schopenhauer
Tätigkeit:
deutscher Philosoph
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion