Jünglinge tun lieber das Schöne als das Nützliche; denn sie leben mehr nach dem sittlichen Gefühle als nach der Berechnung.

- Aristoteles

Aristoteles

Klugwort Reflexion zum Zitat

Aristoteles’ Zitat beschreibt die natürliche Tendenz junger Menschen, sich stärker von ihrem moralischen Empfinden und ästhetischen Idealen leiten zu lassen als von pragmatischen Überlegungen. Es deutet darauf hin, dass Jugend eine Phase ist, in der Emotionen, Ideale und das Streben nach Schönheit eine zentrale Rolle spielen, während Nutzen und Berechnung erst mit der Reife stärker in den Vordergrund treten.

Diese Beobachtung regt dazu an, über die Dynamik zwischen Idealismus und Pragmatismus nachzudenken. Während die jugendliche Orientierung an Schönheit und moralischen Werten oft als impulsiv oder unreif angesehen wird, erinnert uns Aristoteles daran, dass diese Haltung auch eine besondere Kraft besitzt. Sie bringt Leidenschaft, Authentizität und Kreativität hervor – Eigenschaften, die in einer von Nützlichkeit geprägten Welt oft verloren gehen.

Das Zitat fordert uns auf, die Balance zwischen Gefühl und Vernunft zu reflektieren. Wie können wir die idealistischen Werte der Jugend bewahren, während wir gleichzeitig die pragmatische Weisheit des Erwachsenseins kultivieren? Aristoteles’ Worte ermutigen dazu, sowohl das Schöne als auch das Nützliche als gleichwertige Aspekte eines erfüllten Lebens zu betrachten.

In einer modernen Welt, die oft auf Effizienz und Funktionalität fixiert ist, bleibt diese Botschaft relevant. Sie inspiriert dazu, die jugendliche Begeisterung für das Schöne und Ideale zu schätzen und sie in das Erwachsenenleben zu integrieren, anstatt sie durch rein rationale Berechnung zu ersetzen. Aristoteles’ Zitat erinnert daran, dass wahre Erfüllung aus der Harmonie zwischen Gefühl und Vernunft entsteht.

Zitat Kontext

Aristoteles, einer der einflussreichsten Philosophen der Antike, beschäftigte sich intensiv mit Ethik, Ästhetik und menschlichem Verhalten. Dieses Zitat stammt aus seiner *Nikomachischen Ethik*, in der er die Grundlagen eines tugendhaften Lebens untersucht. Seine Beobachtung über die Jugend spiegelt seine Überzeugung wider, dass jede Lebensphase ihre eigene Tugend und Perspektive mit sich bringt.

Im historischen Kontext des antiken Griechenlands war die Jugend eine Zeit des Lernens und der moralischen Entwicklung. Aristoteles sah die Orientierung an Schönheit und sittlichem Empfinden als natürliche Schritte auf dem Weg zur Weisheit. Er betonte, dass das Idealistische der Jugend ein wichtiger Bestandteil der Entwicklung zu einem tugendhaften und erfüllten Leben ist.

Auch heute bleibt Aristoteles’ Einsicht bedeutsam. In einer Gesellschaft, die oft nach unmittelbarem Nutzen strebt, erinnert uns sein Zitat daran, die Ideale und das moralische Empfinden, das viele junge Menschen prägt, zu schätzen. Es ist eine Einladung, diese Werte nicht zu verlieren, sondern sie in Einklang mit den pragmatischen Anforderungen des Lebens zu bringen.

Aristoteles’ Worte sind eine zeitlose Reflexion über die Schönheit und Wichtigkeit der jugendlichen Perspektive. Sie ermutigen uns, die Stärke des Gefühls und die Kraft der Ideale in allen Lebensphasen zu bewahren und zu pflegen.

Daten zum Zitat

Autor:
Aristoteles
Tätigkeit:
Universalgelehrter, Philosoph, Naturforscher
Epoche:
Klassische Antike
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Emotion:
Keine Emotion