In Wahrheit aber zeigt sich in dieser Sprachreformation ein so kolossaler Unverstand, daß man fragen möchte, ob nicht eine Geisteskrankheit dahinter stecke, – und zwar eine ansteckende.

- Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat

Schopenhauer äußert hier eine scharfe Kritik an der Veränderung der Sprache, die er als Ausdruck von Unvernunft sieht.

Er betrachtet die Sprache nicht nur als Kommunikationsmittel, sondern als Spiegel des Denkens. Wenn eine Sprachreform in seinen Augen unsinnig ist, dann ist dies für ihn ein Zeichen eines tiefergehenden Problems – einer 'ansteckenden Geisteskrankheit'.

Diese drastische Formulierung zeigt seine Überzeugung, dass unbedachte sprachliche Veränderungen nicht nur das Sprechen, sondern auch das Denken und die Kultur gefährden können.

Das Zitat fordert uns auf, über unsere eigene Beziehung zur Sprache nachzudenken. Sind Veränderungen in der Sprache immer ein Fortschritt? Oder gibt es Momente, in denen sprachliche Anpassungen mehr Verwirrung als Klarheit schaffen?

Zitat Kontext

Arthur Schopenhauer war ein deutscher Philosoph des 19. Jahrhunderts, bekannt für seinen Pessimismus und seine scharfe Kritik an gesellschaftlichen Entwicklungen.

Seine Abneigung gegen bestimmte sprachliche Veränderungen spiegelt eine konservative Haltung gegenüber kulturellem Wandel wider. Ähnliche Debatten finden sich auch heute, insbesondere im Zusammenhang mit Gender-Sprache, Anglizismen oder Vereinfachungen der Grammatik.

Während Sprache sich natürlicherweise entwickelt, bleibt Schopenhauers zentrale Frage relevant: Wann sind sprachliche Änderungen sinnvoll, und wann dienen sie eher der Verschleierung als der Klarheit? Seine provokante Wortwahl zeigt, dass Sprachwandel nicht nur ein technisches, sondern oft auch ein emotional aufgeladenes Thema ist.

Daten zum Zitat

Autor:
Arthur Schopenhauer
Tätigkeit:
deutscher Philosoph
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion