In der Liebe denken wir nicht an moralische Qualitäten und schon gar nicht an intellektuelle Qualitäten. Allein das Temperament und das Benehmen, zusammen mit der Schönheit, erregen die Liebe.

- William Hazlitt

William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat

Hazlitt beschreibt hier eine oft verdrängte, aber tiefgründige Wahrheit über die Natur der Liebe.

In der Theorie betonen Menschen oft moralische und intellektuelle Werte als Basis für eine tiefe Verbindung. Doch in der Realität ist es meist das Zusammenspiel von Temperament, Verhalten und äußerlicher Attraktivität, das Liebe entfacht. Moralische oder intellektuelle Qualitäten mögen für eine langfristige Beziehung entscheidend sein, doch die erste Anziehung basiert häufig auf emotionalen und ästhetischen Impulsen.

Dieses Zitat fordert uns auf, ehrlicher über die Mechanismen der Liebe nachzudenken. Während viele Ideale über romantische Beziehungen kursieren, spricht Hazlitt eine unbequeme Wahrheit aus: Die Anziehungskraft zwischen zwei Menschen folgt nicht immer rationalen oder moralischen Prinzipien.

In der heutigen Zeit, in der Dating-Apps und soziale Medien oft oberflächliche Faktoren in den Vordergrund rücken, bleibt seine Aussage hochaktuell. Sie erinnert daran, dass Liebe oft von unbewussten, spontanen Reaktionen bestimmt wird – und dass dies nichts mit mangelnder Tiefe, sondern mit der Natur menschlicher Anziehung zu tun hat.

Zitat Kontext

William Hazlitt (1778–1830) war ein britischer Essayist, bekannt für seine scharfsinnigen Analysen über Psychologie, Gesellschaft und Kunst.

Dieses Zitat spiegelt seine realistische Sicht auf zwischenmenschliche Beziehungen wider. In einer Zeit, in der Liebe oft als moralisch erhobenes Ideal dargestellt wurde, betonte Hazlitt die Rolle von Leidenschaft, Chemie und Instinkt.

Der historische Kontext ist bedeutsam: Das frühe 19. Jahrhundert war stark von romantischen Vorstellungen über Liebe geprägt. Hazlitt hingegen erkannte, dass Beziehungen nicht nur auf Tugend und Vernunft basieren, sondern auch auf Emotionen und physischer Anziehung.

Auch heute bleibt seine Erkenntnis aktuell. Während moderne Gesellschaften oft versuchen, Liebe rational zu erklären oder auf Wertvorstellungen zu stützen, bleibt Hazlitts Beobachtung bestehen: Liebe ist oft impulsiv, emotional und nicht immer moralisch oder intellektuell begründbar. Sein Zitat fordert dazu auf, die Natur der Liebe mit mehr Ehrlichkeit und Realismus zu betrachten.

Daten zum Zitat

Autor:
William Hazlitt
Tätigkeit:
englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion