In den Mannjahren sehnt man sich unendlich aber vergeblich nach einem Freunde, der wie ein Jüngling der frühern Jahre alles anhört und aufnimmt.
- Jean Paul

Klugwort Reflexion zum Zitat
Jean Paul beschreibt in diesem Zitat eine tiefe Sehnsucht, die viele Menschen im Laufe ihres Lebens erfahren: die Suche nach einem Freund, der unvoreingenommen zuhört und annimmt, was wir zu sagen haben, ohne zu urteilen. Diese Fähigkeit, mit offenem Herzen und unverstelltem Geist zuzuhören, wird oft mit der Jugend assoziiert, einer Zeit, in der die Welt noch voller Möglichkeiten und ungetrübtem Vertrauen ist.
Im Erwachsenenalter treten jedoch oft Verpflichtungen, Zweifel und eigene Erfahrungen in den Vordergrund, die diese unbeschwerte Offenheit überdecken. Dieses Zitat lädt dazu ein, innezuhalten und darüber nachzudenken, wie wir selbst zuhören – ob wir unseren Mitmenschen den Raum geben, den wir uns insgeheim auch wünschen. Vielleicht ist es eine Erinnerung daran, dass wir die Art von Freundschaft, die wir suchen, auch selbst schenken können.
Zitat Kontext
Jean Paul, einer der bedeutendsten deutschen Dichter und Schriftsteller der Romantik, war bekannt für seine einfühlsamen und oft melancholischen Reflexionen über das menschliche Leben. Dieses Zitat spiegelt seine Sicht auf die Freundschaft wider, eine Thematik, die sich durch viele seiner Werke zieht.
Zur Zeit Jean Pauls, im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, waren die gesellschaftlichen Umbrüche spürbar: Industrialisierung und Individualisierung führten oft zu Einsamkeit und Entfremdung. Seine Worte reflektieren diesen Wandel und zeigen, wie Freundschaft als Ort der Geborgenheit und des Vertrauens idealisiert wurde. Auch heute bleibt das Zitat relevant, da es die universelle Suche nach menschlicher Nähe und Verständnis anspricht – ein Thema, das nie an Bedeutung verliert.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Jean Paul
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion