Im Leben sollten alle Fäden durcheinanderlaufen, damit es ein Gewebe gibt; niemand ist berufen, sich für sich selbst abzuhaspeln, und wer den Goldfaden hat, der wird von selbst glänzen.

- Friedrich Hebbel

Friedrich Hebbel

Klugwort Reflexion zum Zitat

Hebbel verwendet hier die Metapher des Gewebes, um das menschliche Zusammenleben zu beschreiben. Jeder Mensch ist ein Faden, der sich mit anderen verwebt, um das große Ganze – die Gesellschaft – zu formen.

Dies widerspricht der Vorstellung eines isolierten Individualismus: Ein Leben, das nur um die eigene Person kreist, bleibt leer. Erst im Zusammenspiel mit anderen entsteht Sinn und Bedeutung.

Besonders interessant ist die Aussage über den 'Goldfaden': Wer wahre Qualität besitzt, muss nicht um Aufmerksamkeit kämpfen – sein Wert wird von selbst erkennbar.

Das Zitat fordert uns auf, darüber nachzudenken, wie wir unser eigenes Leben gestalten. Sehen wir uns als Teil eines größeren Ganzen oder verfolgen wir nur unsere eigenen Interessen? Und vertrauen wir darauf, dass wahre Qualität sich letztlich immer durchsetzt?

Zitat Kontext

Friedrich Hebbel war ein deutscher Dramatiker und Lyriker des 19. Jahrhunderts, bekannt für seine tiefgründigen Reflexionen über das Leben und die Gesellschaft.

Seine Vorstellung von Leben als Gewebe erinnert an philosophische Konzepte von Gemeinschaft und Interdependenz. Ähnliche Ideen finden sich in vielen spirituellen und sozialen Theorien: Der Mensch entfaltet sich erst in der Verbindung mit anderen.

In der modernen Welt bleibt dieser Gedanke aktuell. In einer Gesellschaft, die oft Individualismus betont, erinnert uns Hebbel daran, dass wahres Leben in der Verflechtung mit anderen geschieht. Es geht nicht darum, sich alleine 'abzuhaspeln', sondern darum, Teil eines großen und sinnvollen Musters zu sein.

Daten zum Zitat

Autor:
Friedrich Hebbel
Tätigkeit:
deutscher Dramatiker und Lyriker
Epoche:
Realismus
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Emotion:
Keine Emotion