Ich habe nie bewusst darüber nachgedacht... Ich sage genau das, was ich denke, und sehr oft ist das politisch völlig unkorrekt. Ich werde immer dafür gezüchtigt. Es ist also keine Masche. Aber ich glaube, ich bin derjenige, der sagt: 'Der Kaiser hat keine Kleider'.

- Joan Rivers

Joan Rivers

Klugwort Reflexion zum Zitat

Joan Rivers war eine Meisterin der scharfzüngigen und oft provokativen Komödie. In diesem Zitat bringt sie eine Haltung zum Ausdruck, die ihr gesamtes Schaffen prägte: eine kompromisslose Ehrlichkeit und die Fähigkeit, unangenehme Wahrheiten auf humorvolle Weise auszusprechen. Rivers reflektiert, dass sie nie bewusst auf politisch korrektes Verhalten geachtet hat, sondern stets ihre Gedanken und Meinungen äußerte, auch wenn diese oft als unangemessen oder provokativ wahrgenommen wurden. In einer Zeit, in der der Druck, sich politisch korrekt auszudrücken, stetig zunimmt, war Rivers’ Humor eine Form des Widerstands gegen diese Normen. Sie verweist darauf, dass ihre Äußerungen nicht als Masche oder Strategie gedacht waren, sondern als ehrliche, ungeschönte Ausdrucksweise ihrer eigenen Gedanken und Überzeugungen.

Ihr Vergleich mit dem Märchen von „Des Kaisers neuen Kleidern“, in dem der Kaiser seine Nacktheit nicht erkennt, ist besonders aussagekräftig. Rivers sieht sich selbst als diejenige, die die Wahrheit ausspricht, auch wenn diese für viele unangenehm oder schwierig zu akzeptieren ist. Die Tatsache, dass sie dafür 'gezüchtigt' wird, zeigt, wie riskant und oft schmerzhaft es sein kann, gegen die gesellschaftlichen Erwartungen zu verstoßen und die unbequemen Wahrheiten zu benennen. Doch Rivers’ Zitat macht auch deutlich, dass sie dies nicht als eine Taktik oder Marketingstrategie betrachtete, sondern als ein wesentliches Element ihrer Persönlichkeit und ihrer Kunstform. Sie sah sich nicht als eine Figur, die sich für die Meinung anderer verbiegen würde, sondern als jemand, der die oft schmerzhaften Wahrheiten aufdeckte, die andere lieber ignorieren wollten.

Zitat Kontext

Joan Rivers war eine Pionierin der Comedy, bekannt für ihre provokativen Witze und ihr Talent, Tabuthemen anzusprechen. Sie wuchs in einer Zeit auf, in der Frauen in der Comedy-Welt noch stark unterrepräsentiert waren, und baute sich eine Karriere auf, die vor allem durch ihre Bereitschaft, Grenzen zu überschreiten, und durch ihre scharfsinnigen, oft unorthodoxen Witze geprägt war. Ihr Humor war bekannt dafür, dass er sowohl das Publikum zum Lachen brachte als auch dazu anregte, über die Themen nachzudenken, die sie behandelte.

Das Zitat spiegelt eine wichtige Facette von Rivers’ Karriere wider – ihre Bereitschaft, sich in einer Welt, die zunehmend von politischen Korrektheit und sozialen Normen geprägt war, gegen den Strom zu stellen. In einer Zeit, in der Komödianten oft den Erwartungen des Mainstreams entsprachen, um erfolgreich zu sein, stellte Rivers die Idee von politischer Korrektheit in Frage und entschloss sich, stets die Dinge auszusprechen, wie sie sie sah. Ihr Humor war nicht nur eine Quelle der Unterhaltung, sondern auch ein Mittel, um gesellschaftliche Ungerechtigkeiten, Vorurteile und die Widersprüche in der Kultur der politischen Korrektheit zu kritisieren.

Der Verweis auf „Der Kaiser hat keine Kleider“ – ein Märchen von Hans Christian Andersen – ist dabei besonders aufschlussreich. In der Geschichte zeigt ein Kind, dass der Kaiser keine neuen Kleider trägt, während alle anderen aus Angst davor schweigen, den offensichtlichen Mangel an Kleidung zu benennen. Rivers sah sich selbst als dieses Kind, das die Wahrheit ausspricht, auch wenn dies bedeutet, gegen die vorherrschenden gesellschaftlichen Normen zu verstoßen. Das Zitat verdeutlicht, dass sie nicht nur eine Komikerin war, sondern auch eine mutige Kommentatorin der Gesellschaft, die die oft schmerzhaften, aber notwendigen Wahrheiten benannte.

Daten zum Zitat

Autor:
Joan Rivers
Tätigkeit:
Komikerin, Schauspielerin, Autorin
Epoche:
Nachkriegszeit
Emotion:
Keine Emotion