Klugwort Reflexion zum Zitat
Karl Kraus beschreibt mit seinem Zitat eine paradoxe Beziehung zur Arbeit. Er deutet an, dass sein intensives Arbeiten ihm paradoxerweise freie Zeit lässt – möglicherweise nicht im physischen Sinne, sondern als Raum für Reflexion und Fantasie.
Seine poetische Sprache gibt der Routine des Lebens eine tiefere, fast spielerische Dimension. Indem er unbelebten Objekten wie einem Bild oder einer Uhr Fragen stellt, hebt er die Grenze zwischen Realität und Imagination auf. Dies kann als eine Kritik an der mechanisierten Arbeitswelt verstanden werden, in der echte Reflexion und Kreativität oft zu kurz kommen.
Das Zitat regt dazu an, über unser eigenes Verhältnis zur Arbeit und zum Leben nachzudenken. Sind wir so in unseren Verpflichtungen gefangen, dass wir den Blick für das Poetische im Alltäglichen verlieren? Oder liegt in der Beschäftigung eine Art meditative Freiheit, die es erlaubt, auch scheinbar unwichtige Dinge in neuem Licht zu sehen?
Letztlich zeigt Kraus’ Aussage, dass Arbeit nicht nur ein Zwang ist, sondern auch ein Mittel zur inneren Auseinandersetzung mit der Welt.
Zitat Kontext
Karl Kraus (1874–1936) war ein österreichischer Schriftsteller, Satiriker und scharfer Kritiker der Gesellschaft. Besonders bekannt wurde er für seine Zeitschrift 'Die Fackel', in der er Missstände der Politik, Presse und Sprache anprangerte.
Das Zitat reflektiert seine tiefe Ambivalenz gegenüber der modernen Arbeitswelt und der Beschleunigung des Lebens. Kraus arbeitete unermüdlich an seinen Texten, sah aber gleichzeitig die Gefahr, dass blinde Betriebsamkeit den Menschen von seinem eigentlichen Denken und Fühlen entfremden kann.
In einer Zeit, in der Produktivität und Effizienz oft als höchste Werte gelten, bleibt Kraus’ Sichtweise aktuell. Er fordert dazu auf, sich trotz Arbeit Raum für Reflexion und Selbstbefragung zu nehmen – auch wenn dies bedeutet, mit der Nacht oder einer Uhr zu sprechen.
Seine Worte erinnern daran, dass das Leben mehr ist als ein ständiges Schaffen. Es ist auch eine poetische Reise, in der es wichtig ist, Zeit für scheinbar nutzlose, aber zutiefst menschliche Gedanken zu haben.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Karl Kraus
- Tätigkeit:
- österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker und Dramatiker
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion