Gott kann nicht durch den Intellekt erkannt werden. Der Intellekt kann einen bis zu einem gewissen Grad führen und nicht weiter. Es ist eine Frage des Glaubens und der Erfahrung, die sich aus diesem Glauben ergibt.
- Mahatma Gandhi

Klugwort Reflexion zum Zitat
Gandhi beschreibt hier die Grenzen des Verstandes bei der Suche nach Gott oder einer höheren Wahrheit.
Seine Aussage deutet darauf hin, dass der Intellekt nur bis zu einem bestimmten Punkt reicht, wenn es um spirituelle Erkenntnis geht. Jenseits dieser Grenze beginnt ein Bereich, der durch persönlichen Glauben und direkte Erfahrung geprägt ist.
Dieses Zitat verweist auf einen fundamentalen Gegensatz zwischen Rationalität und Spiritualität. Während Wissenschaft und Philosophie oft versuchen, die Welt durch Logik und Beweise zu erklären, bleibt der Glaube eine Erfahrung, die sich nicht objektiv messen oder analysieren lässt. Gandhi schlägt vor, dass wahre spirituelle Erkenntnis nicht durch rein intellektuelle Reflexion, sondern durch persönliche Erlebnisse und inneres Vertrauen entsteht.
Seine Worte laden dazu ein, über das eigene Verhältnis zu Wissen und Glauben nachzudenken. Wo endet die Fähigkeit des Verstandes, und wo beginnt das, was nur durch innere Überzeugung oder direkte Erfahrung erfasst werden kann? Dieses Zitat erinnert uns daran, dass nicht alles, was von Bedeutung ist, rational erklärbar sein muss.
Zitat Kontext
Mahatma Gandhi (1869–1948) war eine zentrale Figur im gewaltfreien Widerstand gegen die britische Kolonialherrschaft in Indien und ein bedeutender Denker in Fragen von Ethik, Religion und Politik.
Seine Überzeugung basierte auf einer tiefen spirituellen Praxis, die er mit praktischen politischen und gesellschaftlichen Anliegen verband. Sein Glaube an Ahimsa (Gewaltlosigkeit) und Satyagraha (Wahrheitsstreben) war für ihn nicht nur eine philosophische Idee, sondern eine unmittelbare Erfahrung, die sein Handeln leitete.
Das Zitat spiegelt seinen ganzheitlichen Ansatz wider: Für Gandhi war Religion keine dogmatische Lehre, sondern eine persönliche, erfahrungsbasierte Suche nach Wahrheit. Sein Verständnis von Gott war nicht an eine bestimmte Konfession gebunden, sondern offen für verschiedene Interpretationen.
Heute bleibt sein Gedanke relevant, besonders in einer Welt, in der Wissenschaft und Spiritualität oft als gegensätzliche Konzepte betrachtet werden. Gandhis Aussage lädt dazu ein, beide Perspektiven nicht als Widerspruch, sondern als ergänzende Wege zur Erkenntnis zu sehen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Mahatma Gandhi
- Tätigkeit:
- Politiker, Freiheitskämpfer, Philosoph
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion