Gegen geborgte Bücher behält man stets eine gewisse formelle Höflichkeit. Man gewinnt kein Verhältnis zu solchen Büchern, man bleibt stets »per Sie« mit ihnen.
- Rainer Maria Rilke

Klugwort Reflexion zum Zitat
Rainer Maria Rilke beschreibt in diesem Zitat die besondere Beziehung zu eigenen Büchern im Vergleich zu geliehenen. Ein geliehenes Buch wird mit einer gewissen Distanz behandelt, da es nicht dem eigenen Besitz angehört. Diese Distanz verhindert eine tiefere, vertraute Auseinandersetzung mit dem Werk.
Diese Reflexion fordert dazu auf, über die persönliche Bindung zu Dingen nachzudenken. Rilke zeigt, dass Besitz nicht nur materiell, sondern auch emotional ist. Eigenes Eigentum ermöglicht eine intensivere, unbefangene Auseinandersetzung, während geliehene Dinge oft mit Vorsicht behandelt werden.
In einer Zeit, in der viele Dinge geteilt und ausgeliehen werden, bleibt diese Beobachtung aktuell. Sie mahnt, wie wichtig es ist, Raum für persönliche und tiefe Bindungen zu schaffen.
Das Zitat inspiriert dazu, bewusster mit persönlichen Besitztümern umzugehen und ihnen Bedeutung zu geben.
Zitat Kontext
Rainer Maria Rilke (1875–1926) war ein bedeutender deutschsprachiger Lyriker, bekannt für seine tiefgründigen Reflexionen über das Leben und die menschliche Existenz.
Dieses Zitat spiegelt Rilkes feines Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen und den Umgang mit Dingen wider. Seine Werke zeichnen sich durch eine sensible Wahrnehmung alltäglicher Situationen aus.
Seine Gedanken bleiben aktuell, da sie zur Reflexion über Besitz und emotionale Bindungen anregen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Rainer Maria Rilke
- Tätigkeit:
- österreichisch-deutscher Dichter
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion