Für den Trägen gibt es nichts Aufreizenderes als die unaufhörlich fortschreitende Zeit. Er fühlt, wie sie über ihn hinweggeht und stammelt ihr in dumpfem Ingrimm seine Verwünschungen nach.

- Christian Morgenstern

Klugwort Reflexion zum Zitat

Morgenstern beschreibt hier eindrucksvoll die innere Unruhe eines Menschen, der sich der Zeit ausgeliefert fühlt, aber nicht handelt.

Der 'Träge' sieht, wie die Zeit vergeht, kann oder will aber nicht aktiv werden. Dies führt zu Frustration, Wut und einer Ohnmacht gegenüber der unausweichlichen Bewegung des Lebens. Seine Verwünschungen zeigen, dass er sich seines Stillstands bewusst ist, aber keine Lösung findet.

Dies fordert uns auf, über unsere eigene Zeitnutzung nachzudenken. Wie oft fühlen wir uns von der Zeit gehetzt, ohne selbst aktiv zu werden? Und wie können wir verhindern, dass wir rückblickend unser eigenes Zögern bereuen?

Morgenstern erinnert uns daran, dass Zeit unaufhaltsam ist – und dass es unsere Aufgabe ist, sie sinnvoll zu nutzen, anstatt ihr nur passiv zuzusehen.

Zitat Kontext

Christian Morgenstern war ein deutscher Dichter, bekannt für seine spielerische, aber oft tiefgründige Auseinandersetzung mit Sprache und Philosophie.

Sein Zitat reflektiert eine uralte Thematik: den Umgang des Menschen mit der Vergänglichkeit. Schon in der antiken Philosophie wurde die Vorstellung diskutiert, dass Zeit für den Untätigen zur Last wird, während sie für den Tätigen eine Ressource ist.

Auch heute bleibt diese Einsicht relevant. In einer Welt, in der Prokrastination und Ablenkung allgegenwärtig sind, erinnert uns Morgenstern daran, dass Zeit nicht wartet – und dass unser Umgang mit ihr letztlich darüber entscheidet, ob wir unser Leben als erfüllt oder vergeudet empfinden.

Daten zum Zitat

Autor:
Christian Morgenstern
Tätigkeit:
deutscher Schriftsteller und Dichter
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion