Es war erstaunlich, dass ein Mann mit seinem Intellekt so tief sinken konnte, wie er es tat - aber das war zu hart ausgedrückt -, dass er so sehr von dem Lob der Leute abhing, wie er es tat.
- Virginia Woolf

Klugwort Reflexion zum Zitat
Woolf beschreibt hier die menschliche Schwäche, sich nach Bestätigung zu sehnen – selbst bei Menschen, die eigentlich über eine große geistige Kapazität verfügen.
Der Wunsch nach Anerkennung ist universell, doch wenn er zur Abhängigkeit wird, kann er den Intellekt und das Urteilsvermögen trüben. Selbst kluge Menschen sind nicht immun gegen die Versuchung, sich durch äußeres Lob leiten zu lassen.
Das Zitat fordert uns auf, über unser eigenes Bedürfnis nach Bestätigung nachzudenken. Inwieweit beeinflusst die Meinung anderer unser Handeln? Können wir unabhängig von äußerer Anerkennung unsere Überzeugungen bewahren?
Woolf erinnert uns daran, dass wahre geistige Stärke nicht nur aus Intelligenz, sondern auch aus innerer Unabhängigkeit besteht.
Zitat Kontext
Virginia Woolf war eine der bedeutendsten feministischen Denkerinnen und eine kritische Beobachterin gesellschaftlicher Strukturen.
Ihr Zitat steht im Kontext ihrer Überlegungen zur menschlichen Natur und zum Einfluss der Gesellschaft auf den Einzelnen. Sie erkannte, dass selbst kluge Menschen oft von ihrer Umwelt geformt werden – und dass Anerkennung ein starkes, aber gefährliches Bedürfnis sein kann.
Auch heute bleibt diese Reflexion aktuell. In einer Welt, die durch soziale Medien und öffentliche Meinung geprägt ist, stellt sich die Frage: Wie unabhängig sind unsere Gedanken wirklich? Woolf erinnert uns daran, dass Intellekt nicht allein reicht – es braucht auch die Fähigkeit, sich von der Gunst der Masse zu lösen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Virginia Woolf
- Tätigkeit:
- brit. Schriftstellerin
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion