Es scheint mir, dass ich in jeder Kultur auf ein Kapitel mit der Überschrift „Weisheit“ stoße. Und dann weiß ich genau, was folgen wird: 'Eitelkeit der Eitelkeiten, alles ist Eitelkeit'.
- Ludwig Wittgenstein

Klugwort Reflexion zum Zitat
Wittgenstein äußert hier eine skeptische Haltung gegenüber dem Konzept der 'Weisheit'.
Er stellt fest, dass viele Kulturen über Weisheit sprechen, doch oft läuft diese auf eine pessimistische Erkenntnis hinaus: dass alles vergänglich und letztlich bedeutungslos ist. Diese Beobachtung erinnert an die berühmten Worte aus dem biblischen Buch Kohelet: 'Alles ist Eitelkeit'.
Dies fordert uns auf, über den Sinn von Weisheit nachzudenken. Ist Weisheit eine tiefe Erkenntnis, oder führt sie zwangsläufig zu einer Art resignierten Pessimismus?
Wittgenstein erinnert uns daran, dass wahre Weisheit nicht nur aus Erkenntnis, sondern auch aus der Fähigkeit besteht, mit dieser Erkenntnis sinnvoll umzugehen – sei es mit Akzeptanz, Humor oder Lebensfreude.
Zitat Kontext
Ludwig Wittgenstein war ein einflussreicher Philosoph des 20. Jahrhunderts, bekannt für seine Sprachphilosophie und seine tiefgründigen Reflexionen über das Denken.
Sein Zitat verweist auf die universelle Neigung von Kulturen, über Weisheit zu philosophieren – und darauf, dass viele Weisheitslehren zu der Einsicht gelangen, dass alles vergänglich und möglicherweise sinnlos ist.
Diese Ansicht findet sich in vielen philosophischen Traditionen, von der antiken Stoa bis zum Existenzialismus. Auch heute bleibt seine Beobachtung relevant: Während viele Menschen Weisheit suchen, bleibt die Frage, ob sie uns wirklich glücklicher macht – oder nur zu der Erkenntnis führt, dass nichts von Dauer ist. Wittgensteins Worte regen dazu an, über die Rolle der Weisheit in unserem eigenen Leben nachzudenken.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Ludwig Wittgenstein
- Tätigkeit:
- österreichisch-britischer Philosoph
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion