Es paßt sich aber nicht, daß einer auf des andern Arbeit hin müßig geht, reich ist und wohllebt, während es dem Arbeitenden übel geht, wie es jetzt die verkehrte Gewohnheit ist.
- Martin Luther

Klugwort Reflexion zum Zitat
Martin Luther kritisiert in diesem Zitat die ungerechte Verteilung von Wohlstand und Arbeit. Er prangert an, dass einige Menschen im Überfluss leben, ohne selbst zur Wertschöpfung beizutragen, während diejenigen, die tatsächlich arbeiten, oft in schlechten Verhältnissen leben müssen.
Diese Betrachtung verweist auf eine soziale Problematik, die bis heute aktuell ist: die Ungleichheit zwischen Arbeit und Kapital. Luther betont, dass Wohlstand nicht auf Kosten anderer entstehen sollte – eine Überzeugung, die eng mit seinem reformatorischen Ethos von Verantwortung und Gerechtigkeit verbunden ist.
Das Zitat regt dazu an, über unser eigenes Wirtschaftssystem nachzudenken. Ist es gerecht, dass einige Menschen von fremder Arbeit profitieren, während andere trotz harter Arbeit kaum überleben können? Luther fordert uns auf, soziale Gerechtigkeit nicht als Nebensache zu betrachten, sondern als ein zentrales Prinzip des Zusammenlebens.
Kritisch könnte man fragen, ob nicht auch unternehmerischer Erfolg eine Rolle spielt. Ist es nicht legitim, wenn jemand Wohlstand erlangt, indem er Arbeit organisiert? Doch Luthers Zitat ist keine pauschale Verdammung von Reichtum – sondern eine Warnung vor Ausbeutung. Seine Worte laden dazu ein, über die moralische Verantwortung von Besitz und Arbeit nachzudenken.
Zitat Kontext
Martin Luther (1483–1546) war der Begründer der Reformation und ein scharfer Kritiker sozialer Missstände seiner Zeit. Seine Theologie war nicht nur religiös, sondern auch gesellschaftlich prägend.
Das Zitat steht im Kontext seiner Kritik an der damaligen Feudalgesellschaft, in der wenige Adelige und Geistliche großen Reichtum genossen, während die arbeitende Bevölkerung oft in Armut lebte. Luther sah darin eine verkehrte Weltordnung, die nicht mit christlichen Werten vereinbar sei.
Historisch betrachtet, entstand Luthers Denken in einer Zeit tiefgreifender sozialer Spannungen. Sein Zitat kann als früher Vorläufer späterer Gerechtigkeitsdebatten gesehen werden, die bis in moderne wirtschaftliche und politische Diskussionen hineinreichen.
Auch heute bleibt das Zitat aktuell. In Zeiten wachsender sozialer Ungleichheit stellt sich die Frage: Wie kann Wohlstand gerechter verteilt werden? Luthers Worte laden dazu ein, nicht nur ökonomische Effizienz zu bedenken – sondern auch die ethische Verantwortung für diejenigen, die die Grundlage unseres Wohlstandes schaffen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Martin Luther
- Tätigkeit:
- deutscher Theologe, Mönch und Reformator
- Epoche:
- Spätrenaissance / Manierismus
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- Emotion:
- Keine Emotion