Es ist schlimm, wenn zwei Eheleute einander langweilen. Viel schlimmer jedoch ist es, wenn nur einer von ihnen den anderen langweilt.
- Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat
Marie von Ebner-Eschenbach beschreibt in diesem Zitat eine subtile Dynamik, die oft in langjährigen Beziehungen auftritt: die Langeweile. Sie stellt fest, dass es problematisch ist, wenn beide Partner sich langweilen, aber noch belastender, wenn diese Empfindung einseitig ist. Diese einseitige Langeweile kann ein Ungleichgewicht erzeugen, bei dem sich einer der Partner zurückgewiesen, missverstanden oder gar isoliert fühlt.
Die Reflexion über dieses Zitat zeigt, dass Langeweile in Beziehungen oft nicht nur ein Zeichen von Monotonie ist, sondern auch von mangelnder Kommunikation oder emotionaler Distanz. Während beidseitige Langeweile zumindest Symmetrie aufweist und eine gemeinsame Herausforderung darstellt, kann einseitige Langeweile zu Frustration, Verletzungen und einem Gefühl der Ungleichwertigkeit führen. Ebner-Eschenbach erinnert daran, wie wichtig es ist, in Beziehungen aufmerksam zu bleiben, um solche Ungleichgewichte frühzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.
Das Zitat inspiriert dazu, Beziehungen aktiv zu pflegen und bewusst Momente der Verbindung und des Austauschs zu schaffen. Es fordert uns auf, die Bedürfnisse des Partners zu hinterfragen und gemeinsame Interessen zu pflegen, um emotionale Nähe aufrechtzuerhalten. Ebner-Eschenbachs Worte sind eine Erinnerung daran, dass Beziehungen ständige Aufmerksamkeit und Bereitschaft zur Veränderung erfordern, um einseitige Entfremdung zu vermeiden.
Zitat Kontext
Marie von Ebner-Eschenbach, eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts, war bekannt für ihre scharfsinnigen Beobachtungen über menschliche Beziehungen. Dieses Zitat spiegelt ihre Fähigkeit wider, zwischenmenschliche Dynamiken präzise und mit einem Hauch von Ironie zu analysieren.
Im historischen Kontext ihrer Zeit war die Ehe oft eine gesellschaftliche Verpflichtung, bei der persönliche Erfüllung und emotionale Nähe nicht immer im Vordergrund standen. Ebner-Eschenbachs Aussage könnte als subtiler Appell gesehen werden, die emotionalen Bedürfnisse in einer Ehe ernst zu nehmen und über gesellschaftliche Konventionen hinauszublicken.
Auch heute bleibt dieses Zitat relevant, da es eine universelle Wahrheit über Beziehungen anspricht. In einer Zeit, in der Partnerschaften oft von individuellen Erwartungen und dem Wunsch nach persönlicher Erfüllung geprägt sind, erinnert Ebner-Eschenbach daran, wie wichtig gegenseitige Aufmerksamkeit und emotionale Verbindung sind. Ihre Worte laden dazu ein, Langeweile nicht als unüberwindbares Problem, sondern als Chance zur Reflexion und Erneuerung zu sehen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Marie von Ebner-Eschenbach
- Tätigkeit:
- Österreichische Schriftstellerin
- Epoche:
- Realismus
- Mehr?
- Alle Marie von Ebner-Eschenbach Zitate
- Emotion:
- Keine Emotion