Es ist nicht Gott, den ich nicht akzeptiere, verstehst du, es ist diese von Gott geschaffene Welt, die ich nicht akzeptiere und mit der ich nicht einverstanden bin.

- Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Fjodor Michailowitsch Dostojewski

Klugwort Reflexion zum Zitat

Dostojewski formuliert in diesem Zitat eine tiefe, existenzielle Rebellion gegen die Weltordnung, wie sie von Gott erschaffen wurde. Es handelt sich weniger um eine Ablehnung Gottes selbst, sondern um eine Ablehnung der Realität, wie sie existiert – mit all ihrem Leid, ihrer Ungerechtigkeit und ihrem Schmerz. Diese Gedanken spiegeln die tiefe moralische Zerrissenheit und das Ringen um Verständnis wider, das Dostojewskis Werk prägt.

Diese Reflexion regt dazu an, über den Sinn des Leidens und die Rolle des Menschen in einer scheinbar fehlerhaften Welt nachzudenken. Sie konfrontiert den Leser mit der Frage: Kann man Gott annehmen, ohne die Welt zu akzeptieren, die er geschaffen hat? Das Zitat zeigt die Herausforderung, den Glauben an das Göttliche mit den oft grausamen Realitäten des Lebens zu versöhnen. Es fordert den Leser auf, sich mit der Spannung zwischen Hoffnung und Zweifel auseinanderzusetzen.

Es spricht zu universellen Themen wie Gerechtigkeit, Mitgefühl und der Suche nach Sinn in einer unvollkommenen Welt. Dostojewskis Worte bleiben eine Einladung, sich diesen schwierigen Fragen zu stellen, anstatt sie zu verdrängen.

Zitat Kontext

Dieses Zitat könnte aus Dostojewskis Werk ‚Die Brüder Karamasow‘ stammen, das für seine tiefgründigen Diskussionen über Moral, Religion und das menschliche Dasein bekannt ist. In einer Zeit gesellschaftlicher Umbrüche und religiöser Zweifel in Russland des 19. Jahrhunderts reflektierte Dostojewski die Fragen seiner Zeit und brachte sie in einen universellen Kontext.

Die Auseinandersetzung mit Gott und der Welt ist ein zentraler Bestandteil von Dostojewskis Schaffen. Er stellte sich den schwierigen Fragen des Glaubens und der Moral und schuf dadurch Werke, die bis heute die Leser herausfordern und inspirieren. Dieses Zitat steht exemplarisch für seinen Versuch, den Schmerz und die Widersprüche des Lebens zu verstehen und in Worte zu fassen.

Daten zum Zitat

Autor:
Fjodor Michailowitsch Dostojewski
Tätigkeit:
russischer Schriftsteller
Epoche:
Realismus
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Emotion:
Keine Emotion