Es ist mit der Weltenuhr wie mit der des Zimmers. Am Tage sieht man sie wohl, aber hört sie fast gar nicht. Des Nachts aber hört man sie gehen wie ein großes Herz.
- Christian Morgenstern
Klugwort Reflexion zum Zitat
Dieses Zitat von Christian Morgenstern vergleicht die 'Weltenuhr' mit einer Zimmeruhr und beschreibt, wie unser Bewusstsein für Zeit und das Leben selbst durch äußere Umstände beeinflusst wird. Tagsüber, im Trubel des Alltags, bemerken wir die Bewegung der Zeit kaum, während die Stille der Nacht uns die rhythmische, herzschlagartige Bewegung bewusst macht.
Die Reflexion offenbart, wie sehr unser Leben von äußeren Reizen bestimmt ist und wie wenig Raum oft für die tiefere Wahrnehmung des Daseins bleibt. Es lädt dazu ein, Momente der Ruhe und Besinnung zu suchen, um die grundlegenden Rhythmen des Lebens wahrzunehmen. Das 'Herz' symbolisiert die Lebenskraft und den Takt, der alles durchzieht – eine Einladung, sich mit der grundlegenden Harmonie der Welt zu verbinden.
Das Zitat mahnt uns, innezuhalten und den Rhythmus des Lebens bewusster wahrzunehmen. Es fordert dazu auf, nicht nur im Lärm der Tage, sondern auch in der Stille der Nächte das Leben in seiner Gesamtheit zu erfassen.
Zitat Kontext
Christian Morgenstern (1871–1914) war ein deutscher Dichter, der in seinen Werken oft philosophische und spirituelle Themen aufgriff. Dieses Zitat spiegelt sein Interesse an der Verbindung von Natur, Zeit und menschlichem Bewusstsein wider.
In einer Zeit des technologischen Fortschritts und der Urbanisierung, in der viele Menschen von der Natur entfremdet wurden, erinnert dieses Zitat an die Bedeutung von Achtsamkeit und Reflexion. Morgenstern ruft dazu auf, die Natur und ihre Rhythmen als Quelle der Ruhe und des Verständnisses für das Leben zu betrachten.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Christian Morgenstern
- Tätigkeit:
- deutscher Schriftsteller und Dichter
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion