Es ist darauf zu achten, dass die Strafe nicht größer sei als die Schuld und dass nicht für denselben Umstand die einen gestraft, die anderen aber nicht einmal zur Rede gestellt werden.

- Cicero

Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat

Cicero fordert in diesem Zitat Gerechtigkeit und Verhältnismäßigkeit im Umgang mit Strafen. Er betont, dass Bestrafungen dem Maß der Schuld entsprechen müssen und dass Ungleichbehandlung in der Rechtsprechung vermieden werden sollte. Diese Prinzipien sind zeitlos und bilden die Grundlage eines gerechten Rechtssystems.

Das Zitat zeigt, dass Willkür und unverhältnismäßige Bestrafungen nicht nur die betroffenen Personen, sondern auch das Vertrauen in die Rechtsordnung gefährden können. Eine Strafe, die größer als die Schuld ist, wird schnell als Rache empfunden und nicht als gerechter Ausgleich. Ebenso untergräbt die Ungleichbehandlung vor dem Gesetz die soziale Gerechtigkeit und Gleichheit.

Für den Leser ist dies ein Aufruf, sich für Fairness und Gleichheit einzusetzen, sowohl in rechtlichen als auch in alltäglichen Situationen. Es regt dazu an, Gerechtigkeit nicht nur als ein Konzept, sondern als eine Praxis zu verstehen, die aktive Aufmerksamkeit und Engagement erfordert.

Zitat Kontext

Marcus Tullius Cicero, ein römischer Philosoph, Redner und Staatsmann, lebte in einer Zeit, in der politische Intrigen und Willkür in der Rechtsprechung nicht unüblich waren. Sein Zitat reflektiert seinen Einsatz für Rechtsstaatlichkeit und eine gerechte Gesellschaft, in der gleiche Regeln für alle gelten.

Im historischen Kontext der Römischen Republik war Gerechtigkeit ein zentraler Wert, der jedoch oft durch Machtkämpfe und Korruption bedroht wurde. Cicero setzte sich dafür ein, dass das Gesetz für alle gleichermaßen gilt und dass Strafen verhältnismäßig sind.

Philosophisch steht das Zitat in der Tradition des Naturrechts, das universelle Prinzipien von Gerechtigkeit und Gleichheit betont. Es erinnert daran, dass Gerechtigkeit nicht nur ein Ideal, sondern eine Notwendigkeit für den sozialen Zusammenhalt ist.

Auch heute bleibt diese Botschaft hochaktuell. Sie mahnt, dass in modernen Rechtssystemen und Gesellschaften Verhältnismäßigkeit und Gleichbehandlung grundlegende Prinzipien bleiben müssen, um Vertrauen und Stabilität zu gewährleisten.

Daten zum Zitat

Autor:
Cicero
Tätigkeit:
römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
Epoche:
Klassische Antike
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Emotion:
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