Es gibt nicht wenige unter den Jüngern der Nächstenliebe, die in ihrer Berufung kaum weniger Aufregung brauchen als die Anhänger des Vergnügens in der ihren.

- Charles Dickens

Charles Dickens

Klugwort Reflexion zum Zitat

Charles Dickens thematisiert in diesem Zitat die menschliche Motivation hinter wohltätigem Handeln. Er deutet an, dass selbst jene, die sich der Nächstenliebe verschreiben, nach Aufregung und Erfüllung streben – ähnlich wie Menschen, die Vergnügungen nachjagen. Dies wirft die Frage auf, ob karitatives Handeln immer selbstlos ist oder auch dem eigenen emotionalen Bedürfnis nach Bedeutung und Spannung dient.

Diese Reflexion fordert dazu auf, die eigenen Beweggründe für soziales Engagement zu hinterfragen. Ist Nächstenliebe rein altruistisch oder auch eine Quelle persönlicher Befriedigung? Dickens’ Aussage lädt ein, über Authentizität im Engagement nachzudenken, ohne dabei das menschliche Bedürfnis nach Sinn zu verurteilen.

Gerade in Zeiten zunehmender sozialer Projekte und ehrenamtlicher Arbeit ist diese Einsicht relevant. Sie erinnert daran, dass Motivation vielschichtig ist und dass auch Helfende emotionale Bedürfnisse haben.

Das Zitat regt dazu an, Nächstenliebe nicht nur als Pflicht, sondern auch als Teil menschlicher Natur zu betrachten.

Zitat Kontext

Charles Dickens (1812–1870) war ein britischer Schriftsteller, bekannt für seine sozialen Romane, die oft Armut und Ungerechtigkeit thematisierten. Er engagierte sich auch persönlich für wohltätige Zwecke.

Das Zitat spiegelt Dickens’ tiefe Einsicht in menschliche Beweggründe wider. In einer Gesellschaft mit starken sozialen Ungleichheiten erkannte er, dass Nächstenliebe oft komplexen Motivationen entspringt.

Seine Worte bleiben aktuell, da sie zur Reflexion über die Balance zwischen Selbstlosigkeit und persönlichen Bedürfnissen im sozialen Engagement anregen.

Daten zum Zitat

Autor:
Charles Dickens
Tätigkeit:
engl. Schriftsteller
Epoche:
Realismus
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Emotion:
Keine Emotion