Es gibt eine Art von Leuten, die nichts ungerner als Vergebung annehmen, und zwar, weil sie keine zu erzeigen gelernt haben.
- Gotthold Ephraim Lessing

Klugwort Reflexion zum Zitat
Gotthold Ephraim Lessing beschreibt in diesem Zitat die Schwierigkeit mancher Menschen, Vergebung anzunehmen, und führt dies auf ihre Unfähigkeit zurück, selbst zu vergeben.
Vergebung wird hier als eine Tugend dargestellt, die sowohl das Geben als auch das Empfangen voraussetzt. Menschen, die keine Vergebung erteilen können, entwickeln oft Stolz oder Unbehagen, wenn sie selbst Vergebung benötigen, da sie das Konzept der Verzeihung nicht als Teil ihres eigenen Verhaltens integriert haben. Lessings Aussage regt dazu an, über die Wechselwirkungen zwischen persönlicher Einstellung und zwischenmenschlichen Beziehungen nachzudenken. Sie zeigt, wie eng die Bereitschaft, Vergebung zu empfangen, mit der Fähigkeit verbunden ist, anderen zu vergeben.
Das Zitat lädt ein, die eigene Haltung gegenüber Vergebung zu reflektieren. Es erinnert daran, dass Vergebung nicht nur eine Geste gegenüber anderen ist, sondern auch ein Spiegel des eigenen Charakters und eine Voraussetzung für wahrhaftige menschliche Verbindung. Lessings Worte inspirieren dazu, Vergebung als einen Akt der Stärke und Menschlichkeit zu betrachten, der sowohl in der Rolle des Gebenden als auch des Empfangenden geübt werden sollte.
Zitat Kontext
Gotthold Ephraim Lessing, ein bedeutender Vertreter der deutschen Aufklärung, thematisierte in seinen Werken häufig ethische und moralische Fragen. Dieses Zitat reflektiert seine Überzeugung, dass Tugenden wie Vergebung nicht nur im Handeln, sondern auch im Empfangen geübt werden müssen.
Historisch betrachtet entstand Lessings Werk in einer Zeit, in der Moral und Rationalität als zentrale Elemente einer aufgeklärten Gesellschaft galten. Vergebung wurde oft als eine christliche Tugend angesehen, doch Lessing erweitert diesen Gedanken, indem er die psychologischen und sozialen Aspekte von Vergebung betont. Seine Worte spiegeln die Notwendigkeit wider, Vergebung als eine gegenseitige, nicht einseitige Handlung zu verstehen.
Auch heute ist das Zitat relevant, da es universelle Wahrheiten über menschliche Beziehungen und den Umgang mit Konflikten anspricht. Es erinnert daran, dass Vergebung nicht nur Versöhnung ermöglicht, sondern auch persönliche Heilung und Wachstum fördert. Lessings Worte laden dazu ein, Vergebung als eine wechselseitige Tugend zu kultivieren, die Verständnis, Mitgefühl und Menschlichkeit voraussetzt.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Gotthold Ephraim Lessing
- Tätigkeit:
- deutscher Dichter, Schriftsteller, Philosoph und Dramatiker
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion