Klugwort Reflexion zum Zitat
Rousseau spricht hier ein tabubehaftetes, aber zutiefst menschliches Thema an: das Spannungsverhältnis zwischen gesellschaftlicher Moral und natürlichen Trieben.
Er argumentiert, dass eine Phase der Ausschweifung – also der freien Entfaltung der eigenen Bedürfnisse und Leidenschaften – unvermeidlich ist. Wer sich zu früh oder zu rigide einschränkt, riskiert, dass unterdrückte Wünsche später umso heftiger hervorbrechen.
Das Zitat fordert uns auf, über den Umgang mit unseren eigenen Impulsen nachzudenken. Inwiefern sollten wir unsere natürlichen Bedürfnisse ausleben? Und wann führt Unterdrückung letztlich zu größeren Problemen?
Rousseau erinnert uns daran, dass die menschliche Natur nicht einfach zu bändigen ist – und dass der Versuch, sie zu verleugnen, oft nur dazu führt, dass sie sich später umso heftiger manifestiert.
Zitat Kontext
Jean-Jacques Rousseau war ein einflussreicher Denker der Aufklärung, der sich intensiv mit den Themen Gesellschaft, Moral und menschliche Natur auseinandersetzte.
Sein Zitat steht im Kontext seiner Überlegungen zur Rolle von Trieben und gesellschaftlichen Normen. Er erkannte, dass der Mensch von Natur aus sowohl nach Ordnung als auch nach Freiheit strebt – ein Spannungsverhältnis, das in Bereichen wie Liebe, Ehe und Sexualität besonders deutlich wird.
Auch heute bleibt diese Einsicht relevant. Gesellschaftliche Normen diktieren oft, was als 'moralisch' oder 'akzeptabel' gilt – doch Rousseau erinnert uns daran, dass es riskant ist, grundlegende menschliche Bedürfnisse dauerhaft zu unterdrücken, da sie sich früher oder später doch Bahn brechen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Jean-Jacques Rousseau
- Tätigkeit:
- französischsprachiger Schriftsteller, Philosoph und Pädagoge
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion