Ein Mensch – und stolz? O sieh, Dein Tun, Dein Lassen, Deine Meinung, Das Alles ist, Du selber bist Des Scheins Reflexerscheinung.

- Marie von Ebner-Eschenbach

Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat

Marie von Ebner-Eschenbach thematisiert in diesem Zitat die Illusion von Stolz und Selbstüberschätzung. Sie erinnert uns daran, dass alles, was wir tun, denken und sind, letztlich nur eine Reflexion des äußeren Scheins ist. Stolz, so suggeriert sie, basiert oft auf einer oberflächlichen Wahrnehmung der eigenen Bedeutung und ist letztlich unbegründet, da unser Selbstbild von äußeren Einflüssen geformt wird. Dieses Zitat ruft dazu auf, Demut zu üben und die eigene Position im größeren Zusammenhang zu betrachten. 

Die Reflexion über dieses Zitat zeigt, dass Ebner-Eschenbach die menschliche Tendenz zur Selbstüberhöhung kritisch betrachtet. Sie fordert uns auf, die Grundlagen unseres Stolzes zu hinterfragen: Ist er durch echte Leistungen begründet, oder resultiert er aus der bloßen Wahrnehmung unserer Umgebung? Diese Erkenntnis führt zu einer tieferen Selbsterkenntnis und zu einer ehrlicheren Auseinandersetzung mit dem eigenen Selbst. 

Das Zitat regt dazu an, über die eigene Haltung zu Stolz und Selbstbewusstsein nachzudenken. Wie viel von dem, was wir als unsere Errungenschaften betrachten, ist tatsächlich unser eigenes Werk, und wie viel ist das Ergebnis von Umständen, die außerhalb unserer Kontrolle liegen? Ebner-Eschenbach lädt uns ein, unser Selbstbild mit Bescheidenheit und Klarheit zu betrachten. 

In einer modernen Welt, die oft von Ego und Selbstdarstellung geprägt ist, bleibt dieses Zitat relevant. Es erinnert uns daran, dass wahre Größe nicht im Stolz, sondern in der Fähigkeit zur Selbstreflexion und zur Anerkennung der eigenen Begrenztheit liegt. Ihr Zitat ist ein Appell zur Bescheidenheit und zur Erkenntnis, dass unser Selbstbild nicht losgelöst von der Welt um uns herum existiert.

Zitat Kontext

Marie von Ebner-Eschenbach, eine österreichische Schriftstellerin und Meisterin der psychologischen und philosophischen Reflexion, war bekannt für ihre scharfsinnigen Betrachtungen der menschlichen Natur. Dieses Zitat spiegelt ihre kritische Haltung gegenüber Stolz und Selbstüberschätzung wider. 

In einer Gesellschaft des 19. Jahrhunderts, die stark von sozialen Hierarchien und dem Streben nach Status geprägt war, stellte Ebner-Eschenbach die Illusion von Selbstherrlichkeit infrage. Ihre Worte fordern dazu auf, Stolz nicht als Tugend, sondern als Hindernis für wahre Selbsterkenntnis zu betrachten. 

Auch heute hat dieses Zitat Bedeutung, da es uns daran erinnert, wie oft unser Selbstbewusstsein von äußeren Faktoren beeinflusst wird. Ebner-Eschenbachs Worte laden dazu ein, eine Haltung der Demut einzunehmen und die eigene Bedeutung im größeren Kontext zu reflektieren.

Daten zum Zitat

Autor:
Marie von Ebner-Eschenbach
Tätigkeit:
Österreichische Schriftstellerin
Epoche:
Realismus
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Emotion:
Keine Emotion