Dies ist eines der Wunder der Liebe: Sie verleiht die Kraft, ihre eigenen Verzauberungen zu durchschauen und dennoch nicht entzaubert zu werden.
- Clive Staples Lewis

Klugwort Reflexion zum Zitat
C. S. Lewis beschreibt in diesem Zitat die tiefe und paradoxe Natur der Liebe. Sie besitzt die einzigartige Fähigkeit, uns die Realität ihrer eigenen Schwächen und Illusionen erkennen zu lassen, ohne dass dadurch ihre Magie verloren geht. Diese Reflexion zeigt, dass wahre Liebe nicht blind ist, sondern aus der bewussten Entscheidung besteht, trotz aller Unvollkommenheiten und menschlicher Schwächen zu lieben.
Das Zitat lädt dazu ein, über die Natur und die Tiefe der eigenen Beziehungen nachzudenken. Es ist ein Hinweis darauf, dass Liebe nicht von Idealvorstellungen oder Perfektion lebt, sondern von Akzeptanz, Verständnis und der Bereitschaft, Schwächen und Stärken gleichermaßen anzunehmen. Lewis hebt hervor, dass die Fähigkeit, die Realität der Liebe zu erkennen, und dennoch ihre Schönheit zu bewahren, ein Zeichen emotionaler Reife und einer tiefen Bindung ist.
Für den Leser ist dies eine Einladung, die Liebe aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Es fordert dazu auf, Liebe nicht als perfekte, makellose Verbindung zu idealisieren, sondern als lebendige, komplexe Beziehung, die durch Bewusstsein und Akzeptanz an Tiefe gewinnt. Es ist auch ein Aufruf, die Illusionen, die uns die Liebe vorgaukelt, nicht zu fürchten, sondern sie als Teil ihres Zaubers zu erkennen und zu schätzen.
Insgesamt feiert Lewis mit diesem Zitat die Liebe in ihrer wahren, unperfekten Schönheit. Er zeigt, dass Liebe, die bewusst und achtsam gelebt wird, sowohl realistisch als auch magisch sein kann. Es ist eine Erinnerung daran, dass wahre Liebe nicht von der Verzauberung lebt, sondern von der Kraft, über diese hinauszublicken und dennoch verzaubert zu bleiben.
Zitat Kontext
Clive Staples Lewis, ein einflussreicher Schriftsteller, Theologe und Denker des 20. Jahrhunderts, ist bekannt für seine tiefgründigen Überlegungen zu Liebe, Glauben und menschlichen Beziehungen. Dieses Zitat spiegelt seine philosophische und spirituelle Sichtweise wider, die Liebe als transformative und erkenntnisreiche Kraft darstellt.
Historisch entstand diese Reflexion in einer Zeit, in der Lewis sowohl persönliche Verluste als auch die Freuden der Liebe erlebte, insbesondere durch seine späte, aber intensive Beziehung zu Joy Davidman, seiner Ehefrau. Ihre Beziehung und ihr späterer Verlust inspirierten viele seiner tiefsten Einsichten über die Natur der Liebe und des Leidens.
Philosophisch verbindet Lewis in diesem Zitat Elemente der christlichen Theologie und existenzieller Reflexion. Er betrachtet die Liebe nicht nur als menschliche Emotion, sondern als etwas Transzendentes, das uns lehrt, über uns selbst hinauszublicken und dennoch in der Realität geerdet zu bleiben. Diese Sichtweise erinnert an andere Philosophen wie Søren Kierkegaard, die die Liebe als eine spirituelle Reise und eine Möglichkeit zur Selbsterkenntnis betrachteten.
In der heutigen Zeit, in der Beziehungen oft unter dem Druck von Idealvorstellungen und Perfektion leiden, bleibt Lewis’ Botschaft besonders relevant. Er zeigt, dass wahre Liebe die Fähigkeit erfordert, sowohl die Illusionen als auch die Realitäten des Lebens anzunehmen und beides miteinander zu versöhnen. Es ist ein Aufruf, Liebe nicht nur als romantische Geste, sondern als tiefgehende, bewusste Entscheidung zu verstehen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Clive Staples Lewis
- Tätigkeit:
- brit. Schriftsteller und Theologe
- Epoche:
- Nachkriegszeit
- Emotion:
- Keine Emotion