Die Zensur ist das lebendige Geständnis der Großen, daß sie nur verdummte Sklaven treten aber keine freien Völker regieren können.
- Johann Nepomuk Nestroy

Klugwort Reflexion zum Zitat
Johann Nepomuk Nestroys Zitat ist eine scharfe Kritik an der Zensur und den Herrschenden, die sie einsetzen, um Macht zu sichern. Es deutet darauf hin, dass Zensur ein Ausdruck der Unsicherheit und Schwäche von Machthabern ist, die freie Meinungsäußerung fürchten, weil sie die Stabilität ihrer Herrschaft bedrohen könnte.
Nestroy betont, dass Zensur nicht nur ein Werkzeug der Unterdrückung ist, sondern auch ein Eingeständnis der eigenen Unfähigkeit, eine freie und informierte Gesellschaft zu regieren. Freie Völker erfordern eine Regierung, die auf Dialog, Verständnis und Gerechtigkeit basiert, während unterdrückende Regime auf die Kontrolle von Gedanken und Meinungen angewiesen sind, um ihre Macht zu erhalten. Dies macht Zensur zu einem Symbol für die Diskrepanz zwischen wahrer Führungsstärke und autoritärer Schwäche.
Das Zitat regt dazu an, über die Bedeutung der Meinungsfreiheit und die Verantwortung von Regierungen nachzudenken. Es erinnert daran, dass eine Gesellschaft nur dann wirklich frei ist, wenn alle Stimmen gehört werden können, selbst wenn sie kritisch oder unbequem sind. Gleichzeitig mahnt es, Zensur als Warnsignal für autoritäre Tendenzen zu erkennen und aktiv für den Schutz der Meinungsfreiheit einzutreten.
Kritisch betrachtet könnte man anmerken, dass in einigen Fällen Zensur als Schutzmaßnahme gegen gefährliche Ideologien gerechtfertigt wird. Doch Nestroys Aussage bleibt relevant, da sie die grundsätzliche Verbindung zwischen Zensur und Machtausübung beleuchtet. Seine Worte sind ein Appell, die Freiheit des Denkens und Sprechens als Grundpfeiler einer gerechten und aufgeklärten Gesellschaft zu verteidigen.
Zitat Kontext
Johann Nepomuk Nestroy (1801–1862) war ein österreichischer Dramatiker und Satiriker, bekannt für seine scharfsinnige Gesellschaftskritik. Dieses Zitat spiegelt seine Ablehnung autoritärer Strukturen und seine Verteidigung von Meinungsfreiheit und Gerechtigkeit wider.
Historisch entstand diese Aussage in einer Zeit, in der Zensur ein häufig genutztes Mittel war, um Kritik an Monarchien und politischen Systemen zu unterdrücken. Im Habsburgerreich war die Meinungsfreiheit stark eingeschränkt, und Nestroy selbst erlebte, wie seine Werke zensiert wurden. Seine Worte sind daher sowohl eine persönliche als auch eine allgemeine Kritik an solchen Praktiken.
In der heutigen Zeit, in der die Meinungsfreiheit in vielen Ländern noch immer bedroht ist, bleibt Nestroys Zitat ein kraftvoller Aufruf. Es erinnert uns daran, dass die Freiheit des Ausdrucks ein grundlegendes Recht ist, das aktiv geschützt werden muss, um die Entwicklung und den Fortschritt von Gesellschaften zu gewährleisten.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Johann Nepomuk Nestroy
- Tätigkeit:
- österr. Schauspieler, Dramatiker, Satiriker
- Epoche:
- Biedermeier
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- Emotion:
- Keine Emotion