Die Verfeinerung schafft überall Schönheit. Es ist die Grobheit des Betrachters, die so etwas wie Grobheit in dem Objekt entdeckt.

- William Hazlitt

William Hazlitt

Klugwort Reflexion zum Zitat

William Hazlitts Aussage thematisiert die subjektive Wahrnehmung von Schönheit und die Rolle der Verfeinerung im Verständnis dessen, was als schön empfunden wird. Der Kern der Aussage liegt in der Erkenntnis, dass Schönheit nicht nur in den Eigenschaften eines Objekts liegt, sondern auch in der Fähigkeit des Betrachters, diese Schönheit wahrzunehmen. Hazlitt argumentiert, dass Grobheit oft nicht in den Objekten selbst liegt, sondern im begrenzten oder unsensiblen Blick des Beobachters.

Dieser Gedanke regt dazu an, über die eigene Wahrnehmung und ihre Filter nachzudenken. Wie oft wird Schönheit übersehen, weil der Blick des Betrachters von Vorurteilen, Unwissenheit oder mangelndem Verständnis geprägt ist? Hazlitts Aussage fordert dazu auf, die eigene Wahrnehmung zu verfeinern und Schönheit in Aspekten zu suchen, die zunächst unscheinbar erscheinen mögen. Dies gilt nicht nur für Kunst, sondern auch für zwischenmenschliche Beziehungen und die Natur.

Die Reflexion über diesen Gedanken kann eine Aufforderung sein, die Welt mit offenerem und geschärfterem Blick zu betrachten. Schönheit und Verfeinerung sind somit nicht nur Eigenschaften von Objekten, sondern auch Haltungen, die wir kultivieren können, um die Welt in ihrer Vielfalt und Tiefe wahrzunehmen.

Zitat Kontext

William Hazlitt, ein britischer Essayist und Literaturkritiker des 18. und 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine tiefgründigen Beobachtungen über die menschliche Natur und die Ästhetik. Seine Werke zeichnen sich durch eine Mischung aus intellektueller Schärfe und emotionalem Verständnis aus. Dieses Zitat spiegelt Hazlitts Überzeugung wider, dass Schönheit nicht nur in äußeren Objekten liegt, sondern auch von der inneren Verfassung des Betrachters abhängt.

Hazlitt lebte in einer Zeit, in der die Ästhetik als philosophisches Thema intensiv diskutiert wurde. Fragen nach der Natur der Schönheit und der Rolle des Betrachters waren zentral für diese Debatten. Sein Zitat positioniert sich in dieser Diskussion, indem es den Fokus auf die subjektive Wahrnehmung lenkt. Es spiegelt den romantischen Geist seiner Zeit wider, der die Bedeutung individueller Empfindungen und Interpretationen betonte.

Im heutigen Kontext erinnert uns Hazlitts Aussage daran, dass Schönheit oft eine Frage der Perspektive ist. In einer Welt, die von schnellen Urteilen und Oberflächlichkeiten geprägt ist, bleibt seine Botschaft zeitlos: Die Fähigkeit, Schönheit zu erkennen, hängt von unserer Bereitschaft ab, mit Verfeinerung und Empathie zu schauen, anstatt uns von Grobheit und Vorurteilen leiten zu lassen.

Daten zum Zitat

Autor:
William Hazlitt
Tätigkeit:
englischer Essayist, Literaturkritiker und Schriftsteller
Epoche:
Romantik
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Emotion:
Keine Emotion