Die öffentliche Meinung ist die Dirne unter den Meinungen.
- Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat
Marie von Ebner-Eschenbachs Aussage „Die öffentliche Meinung ist die Dirne unter den Meinungen“ ist eine scharfe Kritik an der Instabilität und Manipulierbarkeit dessen, was als öffentliche Meinung gilt. Die Metapher der ‚Dirne‘ impliziert, dass die öffentliche Meinung leicht verführbar, käuflich oder angepasst an die Interessen der Lautesten oder Mächtigsten ist. Ebner-Eschenbach stellt infrage, wie authentisch und beständig eine Meinung sein kann, die stark von äußeren Einflüssen geprägt ist.
Das Zitat regt dazu an, über die Dynamik der Meinungsbildung in einer Gesellschaft nachzudenken. Öffentliche Meinung kann ein Ausdruck kollektiver Weisheit sein, aber ebenso leicht durch Medien, Propaganda oder Gruppenzwang manipuliert werden. Es zeigt die Gefahr, unkritisch der Mehrheit zu folgen, ohne die Wahrheit oder die eigene Überzeugung zu hinterfragen.
Die Aussage lädt zur Selbstreflexion ein: Wie oft lassen wir uns von öffentlichen Meinungen beeinflussen, ohne ihre Herkunft oder Grundlage zu hinterfragen? Ebner-Eschenbach fordert uns auf, unsere Meinungen eigenständig und kritisch zu bilden, anstatt sie einfach aus der Masse zu übernehmen. Gleichzeitig erinnert sie uns daran, wie wichtig es ist, der öffentlichen Meinung mit Skepsis zu begegnen und ihre oft flüchtige Natur zu erkennen.
Zitat Kontext
Marie von Ebner-Eschenbach (1830–1916), eine österreichische Schriftstellerin und Aphoristikerin, war bekannt für ihre klugen, oft gesellschaftskritischen Beobachtungen. Dieses Zitat reflektiert ihre Sicht auf die Manipulierbarkeit und Oberflächlichkeit, die sie in gesellschaftlichen Strukturen ihrer Zeit erkannte.
In der späten Habsburger Monarchie, in der Ebner-Eschenbach lebte, spielte die öffentliche Meinung eine zentrale Rolle in politischen und sozialen Diskussionen, wurde jedoch oft von Machtstrukturen beeinflusst. Ihre Worte spiegeln eine Skepsis wider, die auch heute, in der Ära von Massenmedien und sozialen Netzwerken, aktuell ist.
Das Zitat bleibt relevant, da die öffentliche Meinung weiterhin ein mächtiges, aber oft zweischneidiges Schwert in modernen Gesellschaften ist. Es fordert uns dazu auf, den Ursprung und die Motive hinter populären Überzeugungen kritisch zu hinterfragen und dabei unsere eigene Urteilskraft zu stärken, um nicht bloß Teil eines manipulierbaren Kollektivs zu sein.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Marie von Ebner-Eschenbach
- Tätigkeit:
- Österreichische Schriftstellerin
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion