Die menschlichen Einrichtungen sind von Natur so unvollkommen, daß es, um sie zu zerstören, fast immer genügt, aus ihren Grundsätzen alle Folgerungen zu ziehen.
- Alexis de Tocqueville

Klugwort Reflexion zum Zitat
Alexis de Tocqueville hebt in diesem Zitat die inhärente Unvollkommenheit menschlicher Institutionen hervor. Er warnt davor, dass die konsequente Umsetzung theoretischer Prinzipien oft zur Zerstörung des Systems führen kann. Dies liegt daran, dass Ideale in der Praxis selten ohne Kompromisse umgesetzt werden können.
Diese Reflexion fordert dazu auf, gesellschaftliche und politische Prinzipien kritisch zu betrachten. Tocqueville mahnt, dass Institutionen Flexibilität und Anpassungsfähigkeit benötigen, um langfristig zu bestehen. Ein starres Festhalten an Prinzipien kann zu Instabilität führen.
In einer Zeit, in der politische Systeme und gesellschaftliche Strukturen auf ihre Belastbarkeit geprüft werden, bleibt diese Botschaft hochaktuell. Sie mahnt zu pragmatischem Handeln und zur Anpassungsfähigkeit von Institutionen.
Das Zitat inspiriert dazu, Ideale mit Realismus zu verbinden und gesellschaftliche Strukturen weiterzuentwickeln, ohne sie durch überzogene Prinzipientreue zu gefährden.
Zitat Kontext
Alexis de Tocqueville (1805–1859) war ein französischer Politikwissenschaftler und Historiker, bekannt für sein Werk *Über die Demokratie in Amerika*.
Dieses Zitat reflektiert Tocquevilles Einsicht in die Zerbrechlichkeit politischer Systeme. Er erkannte, dass theoretische Prinzipien in der Realität oft angepasst werden müssen, um funktional zu bleiben.
Seine Gedanken bleiben relevant, da sie zur Reflexion über die Balance zwischen Prinzipientreue und Pragmatismus in politischen und gesellschaftlichen Institutionen anregen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Alexis de Tocqueville
- Tätigkeit:
- franz. Politiker, Historiker und Schriftsteller
- Epoche:
- Romantik
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- Emotion:
- Keine Emotion