Die Großen säen, Die Kleinen mähen, Die Kleinsten heimsen ein So war's – so wird es sein.
- Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat
Dieses Zitat von Marie von Ebner-Eschenbach spiegelt eine zeitlose gesellschaftliche Hierarchie wider, in der Arbeit und Erfolg ungleich verteilt sind. Die 'Großen' stehen sinnbildlich für jene, die Entscheidungen treffen und Prozesse in Gang setzen. Die 'Kleinen' repräsentieren die arbeitende Schicht, die diese Pläne umsetzt, während die 'Kleinsten' schließlich die Früchte der Arbeit genießen oder auch nur die Überbleibsel einsammeln.
Es offenbart die oft ungerechte Verteilung von Lasten und Belohnungen in sozialen und wirtschaftlichen Strukturen. Diese Ungleichheit ist in vielen Gesellschaften historisch gewachsen und bleibt in moderner Form bestehen. Für den Leser birgt das Zitat die Einladung, über den eigenen Platz in diesem Kreislauf nachzudenken und sich zu fragen, ob und wie man diese Muster durchbrechen kann.
Das Zitat regt auch zur Reflexion über Solidarität und Gerechtigkeit an. Es fordert dazu auf, die Rolle der 'Kleinen' und 'Kleinsten' nicht als selbstverständlich hinzunehmen, sondern ihnen Anerkennung und Unterstützung zu geben. Gerade in einer Zeit, in der soziale Ungleichheit immer deutlicher wird, ist Ebner-Eschenbachs Beobachtung eine Mahnung, sich für eine gerechtere Verteilung der Arbeit und ihrer Früchte einzusetzen.
Zitat Kontext
Marie von Ebner-Eschenbach, eine bedeutende Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, thematisierte in vielen ihrer Werke soziale Gerechtigkeit und die Spannungen zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Klassen. Dieses Zitat entstand in einer Zeit, in der die Industrialisierung soziale Ungleichheiten deutlich sichtbar machte und die Unterschiede zwischen den Klassen verschärfte.
Die hier angesprochene Hierarchie spiegelt nicht nur die damalige Landwirtschaft und Wirtschaft wider, sondern auch die sozialen und politischen Machtverhältnisse ihrer Zeit. Die 'Großen', oft die Adeligen oder wohlhabenden Bürger, verfügten über die Ressourcen und die Macht, Entscheidungen zu treffen, während die 'Kleinen' – meist Arbeiter oder Bauern – die harte Arbeit verrichteten. Die 'Kleinsten' könnten die Kinder oder die am wenigsten Privilegierten darstellen, die von den Erträgen abhängen.
Auch heute bleibt das Zitat relevant, da es grundlegende Mechanismen von Macht und Ungleichheit anspricht. Es erinnert uns daran, dass Fortschritt und Wohlstand oft auf den Schultern derjenigen ruhen, die wenig dafür zurückbekommen. Ebner-Eschenbachs Worte laden dazu ein, über diese Dynamik nachzudenken und Schritte zu unternehmen, um gerechtere Verhältnisse zu schaffen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Marie von Ebner-Eschenbach
- Tätigkeit:
- Österreichische Schriftstellerin
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion