Der Grund, warum so wenige Menschen im Gespräch angenehm sind, liegt darin, dass jeder mehr darüber nachdenkt, was er sagen will, als andere sagen.
- François de La Rochefoucauld

Klugwort Reflexion zum Zitat
François de La Rochefoucauld bringt in diesem Zitat die Selbstbezogenheit vieler Gespräche auf den Punkt. Anstatt aufmerksam zuzuhören und sich auf das einzugehen, was andere sagen, sind viele Menschen damit beschäftigt, ihre eigenen Gedanken und Aussagen zu planen. Diese Haltung führt dazu, dass Gespräche oft oberflächlich oder wenig bereichernd bleiben, weil echte Interaktion und Verständnis fehlen.
Das Zitat lädt dazu ein, über die eigene Rolle in Gesprächen nachzudenken. Es erinnert daran, dass Zuhören eine ebenso wichtige Fähigkeit ist wie Sprechen. Durch echtes Interesse an den Worten anderer können Gespräche tiefere Verbindungen schaffen und gegenseitiges Verständnis fördern. La Rochefoucaulds Beobachtung zeigt, wie selten dieses Gleichgewicht tatsächlich erreicht wird, und fordert uns auf, bewusst auf die Dynamik unserer Kommunikation zu achten.
Dieses Verhalten, das er beschreibt, ist auch heute in einer Welt, die oft von Selbstinszenierung geprägt ist, weit verbreitet. Seine Worte erinnern daran, dass die Qualität eines Gesprächs nicht nur von den geäußerten Worten abhängt, sondern auch davon, wie aufmerksam und empathisch wir zuhören.
La Rochefoucaulds Einsicht inspiriert dazu, Gespräche nicht als Plattform für Selbstausdruck zu sehen, sondern als Gelegenheit für Austausch und gegenseitiges Lernen. Es ist eine Einladung, aktiver zuzuhören, auf das Gesagte einzugehen und dadurch tiefere und erfüllendere Kommunikationsmomente zu schaffen.
Zitat Kontext
François de La Rochefoucauld, ein französischer Schriftsteller und Moralist des 17. Jahrhunderts, war bekannt für seine prägnanten Maximen, die menschliches Verhalten und gesellschaftliche Dynamiken analysieren. Dieses Zitat reflektiert seine Fähigkeit, alltägliche menschliche Schwächen zu erkennen und in klaren, zeitlosen Beobachtungen auszudrücken.
Historisch gesehen könnte diese Aussage auf die höfische Gesellschaft seiner Zeit abzielen, in der Gespräche oft strategisch und egozentrisch geführt wurden. Sie ist jedoch ebenso auf moderne soziale Interaktionen übertragbar, in denen oft der Wunsch nach Selbstdarstellung überwiegt.
Auch heute bleibt La Rochefoucaulds Botschaft relevant. Sie ermutigt dazu, den Wert des Zuhörens zu erkennen und Gespräche als echte zwischenmenschliche Begegnungen zu betrachten. Seine Worte laden dazu ein, die Qualität unserer Kommunikation zu verbessern und mehr Aufmerksamkeit auf das Miteinander im Gespräch zu legen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- François de La Rochefoucauld
- Tätigkeit:
- französischer Adliger, Soldat und Schriftsteller
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion