Das Weib hat Hunger, es will essen; Durst, es will trinken; brünstig, und will gefickt werden: Das Weib ist natürlich, also abscheulich.

- Charles Baudelaire

Charles Baudelaire

Klugwort Reflexion zum Zitat

Charles Baudelaire formuliert hier eine provokante und kontroverse Beobachtung über die Natur des Weiblichen, die bewusst schockierend wirkt. Diese Aussage zeigt Baudelaires kritischen und oft düsteren Blick auf die menschliche Natur, insbesondere auf körperliche und sinnliche Bedürfnisse, die er als "natürlich" bezeichnet, aber gleichzeitig verurteilt.

Das Zitat lässt sich als Ausdruck eines tiefen Konflikts interpretieren: einerseits die Akzeptanz der Natur des Menschen, andererseits eine moralische oder ästhetische Ablehnung dieser Natur. Es spiegelt eine patriarchale Sichtweise wider, die Frauen auf ihre körperlichen Bedürfnisse reduziert und sie als "abscheulich" abwertet.

Baudelaires provokante Sprache fordert den Leser heraus, über gesellschaftliche und persönliche Vorurteile nachzudenken. Warum werden natürliche Bedürfnisse, die universell und menschlich sind, mit Ekel oder Verurteilung betrachtet? Ist diese Sichtweise eine Reflexion von Baudelaires eigenen inneren Konflikten oder eine Kritik an den moralischen Werten seiner Zeit?

Das Zitat regt dazu an, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wie Körperlichkeit und Natürlichkeit im Kontext von Geschlecht und Moral bewertet werden. Es kann sowohl als Kritik an Doppelmoral und Heuchelei als auch als ein Einblick in Baudelaires komplexes Verhältnis zur menschlichen Natur verstanden werden.

Zitat Kontext

Charles Baudelaire, bekannt für seine düstere und provokante Poesie, war ein bedeutender Vertreter des Symbolismus und ein scharfer Kritiker der gesellschaftlichen Normen seiner Zeit. Dieses Zitat spiegelt seine oft ambivalente und manchmal misogyne Sicht auf Frauen und die menschliche Natur wider.

Baudelaires Werke, insbesondere "Die Blumen des Bösen" (Les Fleurs du Mal), enthalten häufig Themen wie Sinnlichkeit, Verfall und moralische Zwiespältigkeit. Seine Einstellung gegenüber Frauen und deren Körperlichkeit war geprägt von der Ästhetik des 19. Jahrhunderts, in der Frauen oft entweder idealisiert oder dämonisiert wurden.

Das Zitat muss im Kontext seiner Zeit gesehen werden, in der die Sexualität und die körperlichen Bedürfnisse der Frau stark tabuisiert waren. Baudelaire nutzt provokative Sprache, um die Doppelmoral seiner Gesellschaft bloßzustellen und die Spannungen zwischen natürlichem Instinkt und moralischen Erwartungen zu beleuchten.

Heute wird diese Aussage zurecht kritisch betrachtet. Sie lädt dazu ein, über historische und kulturelle Einstellungen zur Weiblichkeit nachzudenken und die gesellschaftlichen Strukturen zu hinterfragen, die solche Ansichten hervorgebracht haben. Baudelaires Worte spiegeln eine tiefere Auseinandersetzung mit den Ängsten und Widersprüchen seiner Epoche wider, die bis heute nachwirken.

Daten zum Zitat

Autor:
Charles Baudelaire
Tätigkeit:
franz. Dichter, Essayist und Kunstkritiker
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion