Das große Publikum meint, es sei mit den Büchern wie mit den Eiern: Sie müssen frisch genossen werden; daher greift es stets nach dem Neuen.
- Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Arthur Schopenhauer beschreibt in diesem Zitat mit scharfsinniger Ironie die Vorliebe des Publikums für das Neue und Aktuelle, oft auf Kosten des Zeitlosen und Wertvollen.
Seine Metapher, die Bücher mit Eiern vergleicht, verdeutlicht den Irrtum, dass die Qualität eines Werkes an seine Neuheit gekoppelt sei. Er kritisiert damit die Oberflächlichkeit, mit der viele Leser Literatur konsumieren, ohne sich um die dauerhafte Relevanz oder Tiefe eines Werkes zu kümmern. Das Zitat lädt dazu ein, den Wert literarischer Werke zu hinterfragen: Ist es wirklich besser, nach neuen Veröffentlichungen zu greifen, oder sollte man sich auf bewährte Klassiker konzentrieren, die ihre Zeit überdauert haben?
Diese Reflexion regt zum Nachdenken darüber an, wie unsere heutige Kultur, geprägt durch die Schnelllebigkeit und den ständigen Drang nach Neuem, den Blick für das Wesentliche verlieren kann. In einer Welt, in der ständig neue Bücher erscheinen, besteht die Gefahr, dass echte literarische Perlen übersehen werden. Schopenhauers Worte sind daher eine Mahnung, sich nicht von Trends treiben zu lassen, sondern Qualität und Tiefe zu suchen.
Schließlich fordert das Zitat auf, sich mit den wahren Inhalten und Erkenntnissen eines Buches auseinanderzusetzen, unabhängig davon, ob es gerade neu erschienen ist oder nicht. Es erinnert uns daran, dass wahre Weisheit und Inspiration zeitlos sind und nicht von der Aktualität eines Werks abhängen.
Zitat Kontext
Arthur Schopenhauer, ein bedeutender Philosoph des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seine Kritik an den Gewohnheiten der Gesellschaft, insbesondere im Hinblick auf Kultur und Bildung. Sein Werk „Die Welt als Wille und Vorstellung“ prägt bis heute die Philosophie und Literaturwissenschaft. Dieses Zitat reflektiert seine Skepsis gegenüber der flüchtigen Natur menschlicher Vorlieben und den Einfluss der Masse auf kulturelle Wertschätzung.
Zur Zeit Schopenhauers nahm die Verlags- und Buchindustrie stark zu, was eine Flut neuer Publikationen mit sich brachte. Diese Entwicklung führte dazu, dass die Aufmerksamkeit der Leser zunehmend von Neuerscheinungen geprägt wurde, während ältere, bewährte Werke oft in den Hintergrund traten. Schopenhauer sah hierin eine Oberflächlichkeit, die den wahren Wert von Literatur und Philosophie untergräbt.
Das Zitat fügt sich nahtlos in Schopenhauers allgemeine Kritik an der Massengesellschaft ein, die seiner Meinung nach oft unfähig war, das Wertvolle vom Belanglosen zu unterscheiden. Sein Appell an die Leser, sich auf tiefgründige und zeitlose Werke zu konzentrieren, bleibt auch heute aktuell, in einer Zeit, in der schnelllebige Trends und Massenmedien unsere Lesegewohnheiten dominieren.
Schopenhauers Metapher dient daher nicht nur als humorvolle Beobachtung, sondern auch als Aufforderung, über unsere Lesegewohnheiten und die wahre Bedeutung von Qualität in der Literatur nachzudenken. Es ist ein Plädoyer für die Wertschätzung des Beständigen und Bedeutenden gegenüber dem Flüchtigen und Modischen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Arthur Schopenhauer
- Tätigkeit:
- deutscher Philosoph
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion