Auch ein Klaglied zu sein im Mund der Geliebten ist herrlich, denn das Gemeine geht klanglos zum Orkus hinab.
- Friedrich Schiller

Klugwort Reflexion zum Zitat
Friedrich Schillers Zitat ist eine poetische Betrachtung über die Bedeutung von Gefühlen, Erinnerungen und die Würde, die selbst in Trauer oder Klage liegen kann.
Es drückt die Idee aus, dass selbst das Klagelied, wenn es von der geliebten Person gesungen wird, eine besondere Schönheit und Bedeutung erlangt. Der Schmerz wird dadurch geadelt und bleibt in Erinnerung, während das Gemeine, das Alltägliche, unbeachtet und ohne Nachhall verschwindet. Schiller hebt hervor, dass es die Intensität und Tiefe unserer Beziehungen ist, die selbst in Momenten des Verlustes etwas Kostbares und Bleibendes schaffen kann.
Das Zitat regt dazu an, über die Vergänglichkeit des Lebens und die Rolle von Liebe und Kunst nachzudenken. Es zeigt, dass das, was von Bedeutung ist, durch Emotionen und Ausdruck eine Form von Unsterblichkeit erlangen kann. Gleichzeitig erinnert es daran, dass nicht jede Erfahrung oder jeder Moment diesen Nachhall verdient – nur das, was uns wirklich bewegt, bleibt bestehen.
Schillers Worte laden ein, Trauer und Klage nicht nur als Verlust zu sehen, sondern als Ausdruck tiefster Wertschätzung für das, was verloren wurde. Es ist ein Appell, die großen und kleinen Dramen des Lebens mit Würde und Tiefe zu durchleben, anstatt sie klanglos an uns vorbeiziehen zu lassen.
Zitat Kontext
Friedrich Schiller, einer der größten Dichter und Dramatiker der deutschen Klassik, beschäftigte sich intensiv mit Themen wie Vergänglichkeit, Erinnerung und der ästhetischen Veredelung menschlicher Erfahrungen. Dieses Zitat stammt aus einem seiner Gedichte und verbindet tiefgründige Reflexion mit einer poetischen Darstellung.
Im historischen Kontext des 18. Jahrhunderts war Schillers Werk geprägt von der Idee, dass Kunst und Literatur eine höhere Wahrheit und Schönheit vermitteln können. Trauer und Schmerz, die in seinen Werken oft thematisiert werden, sind nicht nur Ausdruck von Verlust, sondern auch Mittel, um die Tiefe menschlicher Erfahrungen zu zeigen.
Der Verweis auf den Orkus, die Unterwelt der antiken Mythologie, unterstreicht die Vergänglichkeit des Gemeinen, während das Klagelied als Symbol für das Bleibende steht. In einer Zeit, in der der Mensch nach Bedeutung und Transzendenz suchte, zeigt Schillers Zitat, wie Liebe und Kunst die Grenze zwischen Leben und Tod überwinden können.
Auch heute hat das Zitat Relevanz, da es die Frage aufwirft, wie wir unsere Erinnerungen und Verluste gestalten. Es lädt dazu ein, darüber nachzudenken, wie Liebe und Ausdruck selbst das Traurigste in etwas Erhabenes verwandeln können.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Friedrich Schiller
- Epoche:
- Klassik
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- Emotion:
- Keine Emotion