Armut ist ohne Zweifel das Schrecklichste. Mir dürft´ einer zehn Millionen herlegen und sagen, ich soll arm sein dafür, ich nehmet´s nicht.
- Johann Nepomuk Nestroy

Klugwort Reflexion zum Zitat
Johann Nepomuk Nestroys Aussage ist eine sarkastische, aber tiefgründige Reflexion über die Angst vor Armut und die Bedeutung von Wohlstand. Mit seinem typischen Witz und seiner Ironie macht Nestroy deutlich, dass für ihn Armut ein Zustand ist, der nicht durch Geld oder Versprechen aufgewogen werden kann.
Die Aussage wirft Fragen nach den wahren Werten des Lebens auf: Was bedeutet es, reich oder arm zu sein? Nestroy scheint hier die existenzielle Not und den sozialen Ausschluss anzusprechen, die mit Armut verbunden sind. Sein Zitat könnte als Kritik an einer Gesellschaft gelesen werden, die Wohlstand idealisiert, während sie die Schrecken und Entbehrungen der Armut ignoriert.
Gleichzeitig enthält das Zitat einen Hauch von Paradoxie und Humor: Es ist offensichtlich unmöglich, jemanden mit einem großen Geldbetrag arm zu machen. Dies verdeutlicht die Absurdität gewisser Vorstellungen über Reichtum und Armut. Nestroy scheint darauf hinzuweisen, dass die wahre Herausforderung nicht im Besitz von Geld liegt, sondern in der Überwindung der sozialen und emotionalen Folgen der Armut.
Das Zitat lädt uns ein, über unsere eigene Einstellung zu Reichtum, Sicherheit und den Umgang mit sozialer Ungleichheit nachzudenken. Es erinnert daran, dass Wohlstand nicht nur ein materieller Zustand ist, sondern auch tief in unseren Ängsten und gesellschaftlichen Werten verwurzelt sein kann.
Zitat Kontext
Johann Nepomuk Nestroy, ein österreichischer Dramatiker und Satiriker des 19. Jahrhunderts, war bekannt für seinen scharfen Humor und seine kritischen Auseinandersetzungen mit sozialen Themen. Seine Werke, oft Komödien, hatten stets eine ernste, gesellschaftskritische Seite.
Dieses Zitat stammt aus einem seiner Stücke und spiegelt den Geist seiner Zeit wider, in der soziale Ungleichheiten und die Kluft zwischen Arm und Reich zentrale Themen waren. Die Industrialisierung hatte tiefgreifende soziale Veränderungen gebracht, und Armut war für viele Menschen eine allgegenwärtige Realität. Nestroy nutzte seinen Humor, um die Absurdität und Grausamkeit solcher Verhältnisse offenzulegen.
Im historischen Kontext zeigt das Zitat, wie Nestroy den Stellenwert von Reichtum und die Angst vor Armut ironisch kommentiert. Seine Werke waren nicht nur Unterhaltung, sondern auch eine Einladung zur Reflexion über soziale Gerechtigkeit und die Mechanismen von Macht und Privilegien.
Auch heute bleibt das Zitat relevant, da es grundlegende Fragen über den Umgang mit Armut und die Bedeutung von Wohlstand aufwirft. Es fordert uns auf, nicht nur die materiellen, sondern auch die emotionalen und sozialen Aspekte von Armut und Reichtum zu betrachten, und erinnert uns daran, wie tief solche Themen in die menschliche Psyche und Gesellschaft eingebettet sind.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Johann Nepomuk Nestroy
- Tätigkeit:
- österr. Schauspieler, Dramatiker, Satiriker
- Epoche:
- Biedermeier
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- Emotion:
- Keine Emotion