Arglist ist gerade nur die Denkungsart sehr eingeschränkter Menschen und von der Klugheit, deren Schein sie an sich hat, sehr unterschieden.
- Immanuel Kant

Klugwort Reflexion zum Zitat
Immanuel Kant kritisiert in diesem Zitat die Arglist als eine Geisteshaltung, die nicht mit wahrer Klugheit zu verwechseln ist. Arglist – das bewusste Täuschen, Hintergehen oder Manipulieren anderer – mag auf den ersten Blick wie Klugheit erscheinen, ist jedoch vielmehr ein Zeichen für geistige Begrenztheit. Kant deutet hier an, dass Menschen, die auf Arglist zurückgreifen, oft keine tiefergehende Einsicht oder moralische Weitsicht besitzen.
Klugheit, in Kants Verständnis, bedeutet weitsichtiges und umsichtiges Handeln, das sowohl die eigenen Interessen als auch die langfristigen Folgen für andere berücksichtigt. Arglist hingegen beschränkt sich auf kurzfristige Täuschung und egoistische Zielerreichung, die aus einem Mangel an moralischem Verständnis resultiert.
Das Zitat lädt zur Selbstreflexion ein: Wo in unserem Leben verwechseln wir List oder Manipulation mit echtem Verstand? Es fordert uns auf, unser Handeln ethisch zu überprüfen und uns nicht von kurzfristigen Erfolgen verleiten zu lassen, die auf Täuschung basieren. Die Denkungsart der Klugheit setzt neben Intelligenz auch moralische Integrität voraus. Arglist hingegen ist eine Strategie, die nur kurzfristigen Gewinn verspricht, dabei jedoch langfristig Beziehungen, Vertrauen und die eigene Würde zerstört.
Kant erinnert uns daran, dass wahre Klugheit ein Zeichen von Reife und Weitsicht ist. Sie ist geprägt von der Fähigkeit, die Dinge in ihrer Komplexität zu sehen und ethisch verantwortungsvoll zu handeln. Arglist dagegen ist der Irrweg des eingeschränkten Denkens und führt letztlich zur Selbstdiskreditierung.
Zitat Kontext
Immanuel Kant (1724–1804), der große Denker der Aufklärung, legte in seinen Werken besonderen Wert auf Moral, Vernunft und ethische Integrität. Dieses Zitat steht im Kontext seiner ethischen Philosophie, die auf der Autonomie des menschlichen Willens und dem kategorischen Imperativ basiert. Für Kant ist das Handeln aus moralischer Pflicht das höchste Ideal, während Täuschung und Arglist moralisch verwerflich sind.
In der Aufklärung, der Epoche, in der Kant wirkte, war die Befreiung des Denkens von Vorurteilen und Täuschungen ein zentrales Ziel. Täuschung – ob durch Arglist oder Unwissenheit – galt als Hindernis für die Entwicklung einer mündigen Gesellschaft. Kants scharfe Unterscheidung zwischen Arglist und Klugheit zeigt seine Überzeugung, dass nur ethische Überlegungen zu einer gereiften Persönlichkeit und zu gesellschaftlicher Verbesserung führen können.
In der philosophischen Tradition war Klugheit, oft als "praktische Vernunft" bezeichnet, seit der Antike ein zentraler Begriff. Kant grenzt sich hier von einer rein utilitaristischen Sicht ab, in der Täuschung gerechtfertigt werden könnte, solange sie zum Erfolg führt. Für ihn ist Arglist Ausdruck eines mangelhaften moralischen und intellektuellen Bewusstseins.
Auch heute bleibt diese Aussage relevant. In einer Welt, in der Manipulation und Täuschung oft als "clever" dargestellt werden, erinnert uns Kant daran, dass solche Mittel nicht mit echter Klugheit verwechselt werden dürfen. Wahre Weisheit liegt in der Fähigkeit, ethisch zu handeln und langfristige Konsequenzen zu bedenken – ein Grundsatz, der im persönlichen und gesellschaftlichen Kontext höchste Bedeutung hat.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Immanuel Kant
- Tätigkeit:
- Philosoph
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion