Alles, was wunderbar aussieht, wird Engeln, Teufeln oder Heiligen zugeschrieben. Um alles, was uralt ist, ranken sich Legenden. Auch die gewöhnlichen Vorgänge in der Natur sind nicht davor gefeit, alles zu verderben.
- Thomas Paine

Klugwort Reflexion zum Zitat
Paine kritisiert hier die menschliche Neigung, außergewöhnliche Dinge durch übernatürliche Erklärungen zu mystifizieren.
Er beobachtet, dass Menschen dazu tendieren, beeindruckende oder unerklärliche Phänomene mit göttlichen oder dämonischen Kräften in Verbindung zu bringen. Dies gilt sowohl für Wunder als auch für Katastrophen. Zudem weist er darauf hin, dass alte Überlieferungen oft von Mythen und Legenden umrankt sind, die die ursprünglichen Fakten verzerren.
Sein Zitat regt dazu an, kritisch über unsere Wahrnehmung von Geschichte, Religion und Naturphänomenen nachzudenken. Wie oft interpretieren wir Ereignisse durch den Filter von Legenden oder überlieferten Vorstellungen? Wie beeinflussen alte Mythen unser Weltbild? Paine fordert dazu auf, nicht blind an mystifizierte Erklärungen zu glauben, sondern die Realität mit Vernunft und kritischem Denken zu betrachten.
Seine Worte sind besonders relevant in einer Zeit, in der Verschwörungstheorien und Pseudowissenschaften weit verbreitet sind. Sie erinnern daran, dass nicht alles, was beeindruckend oder unerklärlich erscheint, übernatürliche Ursachen haben muss – und dass der menschliche Verstand stets zwischen Wahrheit und Mythos unterscheiden sollte.
Zitat Kontext
Thomas Paine war ein überzeugter Rationalist und Verfechter der Aufklärung. Seine Schriften plädierten für eine Welt, die auf Vernunft und Wissenschaft basiert, anstatt auf Aberglauben und Tradition.
Dieses Zitat steht in engem Zusammenhang mit seiner Kritik an religiösen Dogmen. Er argumentierte, dass viele religiöse Überzeugungen auf Legenden und mystischen Interpretationen beruhen, anstatt auf logischen Erklärungen. Besonders in seinem Werk 'The Age of Reason' attackierte er den blinden Glauben an übernatürliche Phänomene und forderte eine auf Beweisen basierende Weltsicht.
Zur Zeit Paines waren viele Naturphänomene noch unerklärt, und religiöse Vorstellungen dominierten das Denken vieler Menschen. Sein Zitat fordert dazu auf, nicht vorschnell an übernatürliche Erklärungen zu glauben, sondern die Welt mit den Mitteln der Vernunft zu analysieren.
Auch heute ist diese Botschaft relevant. In einer Welt voller Fehlinformationen und Mythen erinnert uns Paines Zitat daran, kritisch zu denken und nicht alles, was beeindruckend oder alt ist, als absolute Wahrheit zu akzeptieren.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Thomas Paine
- Tätigkeit:
- brit.-amerik. politischer Aktivist, Schriftsteller und Intellektueller
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion