Aber da ich kurz zuvor gesagt habe, unsere Vorfahren sollten uns zum Muster dienen, so gelte als erste Ausnahme, daß man nicht ihre Fehler nachahmen muß.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Cicero betont in diesem Zitat, dass Vorbilder nicht unkritisch übernommen werden sollten. Während die Leistungen der Vorfahren als Inspiration dienen können, mahnt er, deren Fehler nicht zu wiederholen. Diese Aussage fordert dazu auf, Geschichte nicht nur als Quelle der Orientierung, sondern auch als Lernprozess zu verstehen.
Das Zitat regt zur Reflexion über den Umgang mit Traditionen an. In vielen Kulturen werden die Errungenschaften vergangener Generationen geehrt, doch Cicero weist darauf hin, dass eine blinde Übernahme vergangener Werte und Handlungen gefährlich sein kann. Es ist notwendig, zwischen bewahrenswerten Traditionen und überholten, fehlerhaften Praktiken zu unterscheiden.
Besonders in politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen ist diese Botschaft hochaktuell. Gesellschaften stehen oft vor der Herausforderung, Traditionen zu bewahren, aber gleichzeitig Reformen einzuleiten. Cicero fordert dazu auf, kritisch zu denken und bewusst aus Fehlern der Vergangenheit zu lernen, um Fortschritt zu ermöglichen.
Diese Reflexion lädt dazu ein, Vorbilder differenziert zu betrachten: Inspiration ja, aber keine unreflektierte Nachahmung. Sie fordert zur eigenständigen Entscheidungsfindung und zur Verantwortung gegenüber der Zukunft auf.
Zitat Kontext
Marcus Tullius Cicero (106–43 v. Chr.) war ein römischer Politiker, Anwalt und Philosoph. Er lebte in einer Zeit politischer Umbrüche, in der die Römische Republik vor großen Herausforderungen stand. Cicero setzte sich für die Bewahrung republikanischer Werte ein, erkannte jedoch auch die Notwendigkeit von Reformen.
Das Zitat spiegelt Ciceros pragmatischen Umgang mit Tradition wider. In einer Gesellschaft, die stark von der Verehrung der Vorfahren geprägt war, forderte Cicero eine kritische Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. Er erkannte, dass Fortschritt nur möglich ist, wenn man aus den Fehlern der Geschichte lernt.
Im historischen Kontext war diese Haltung mutig, da sie bestehende Machtstrukturen infrage stellte. Cicero plädierte für einen ausgewogenen Umgang mit Tradition: Respekt vor den Errungenschaften der Vorfahren, aber auch die Bereitschaft, notwendige Veränderungen vorzunehmen.
Diese Botschaft bleibt auch heute relevant. In modernen Gesellschaften, die vor komplexen Herausforderungen stehen, ist der kritische Umgang mit Geschichte und Tradition entscheidend für eine positive Zukunftsgestaltung.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion