Wie so manche Schriftstellerin gibt es, die Gutes und sogar Bleibendes geleistet hat und die von sich sagen darf: »Ich bin zur Arbeit immer nur gekommen, wenn ich nichts mehr zu tun hatte.«

- Marie von Ebner-Eschenbach

Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat

Marie von Ebner-Eschenbachs Zitat wirft ein humorvolles und doch tiefgründiges Licht auf den kreativen Prozess, insbesondere für Schriftstellerinnen.

Es thematisiert die paradoxe Beziehung zwischen Kreativität und den alltäglichen Verpflichtungen, die oft die künstlerische Arbeit behindern. In einer Welt, in der Frauen historisch gesehen viele Rollen gleichzeitig erfüllen mussten, spiegelt dieses Zitat die Realität wider, dass Schreiben oft in den Hintergrund gedrängt wurde.

Die Aussage enthält auch eine subtile Kritik an der gesellschaftlichen Erwartung, dass Frauen sich in erster Linie um andere Aufgaben kümmern sollen, bevor sie ihren kreativen Interessen nachgehen können. Doch trotz dieser Hindernisse schufen viele Schriftstellerinnen Werke von bleibender Bedeutung – eine bemerkenswerte Leistung.

Das Zitat regt zum Nachdenken an, wie Zeit und Raum für Kreativität geschaffen werden können, insbesondere in einem Leben voller Verpflichtungen. Es ist eine Erinnerung daran, dass großartige Werke nicht immer unter idealen Bedingungen entstehen und dass wahre Hingabe an die Kunst sich ihren Weg bahnt, selbst inmitten von Ablenkungen.

Zitat Kontext

Marie von Ebner-Eschenbach, eine der bedeutendsten österreichischen Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts, war bekannt für ihre feinsinnigen und oft ironischen Beobachtungen.

Dieses Zitat reflektiert die Herausforderungen, mit denen viele Schriftstellerinnen ihrer Zeit konfrontiert waren. Häufig mussten sie ihre kreative Arbeit mit häuslichen und sozialen Pflichten in Einklang bringen, was dazu führte, dass ihre schöpferischen Phasen oft erst in Momenten der Ruhe stattfinden konnten.

Der historische Kontext zeigt, dass Schriftstellerinnen sich ihren Platz in der literarischen Welt oft hart erarbeiten mussten. Trotz gesellschaftlicher Einschränkungen haben viele Frauen bedeutende Beiträge zur Literatur geleistet, was die Bemerkung über das „Bleibende“ in diesem Zitat besonders hervorhebt.

Auch heute bleibt diese Botschaft aktuell, da sie die Notwendigkeit betont, bewusste Zeit für kreative Arbeit zu schaffen und den Wert von Literatur zu würdigen, die unter oft schwierigen Bedingungen entstanden ist. Ebner-Eschenbachs Worte sind eine Hommage an die Beharrlichkeit und den Einfallsreichtum von Künstlerinnen und erinnern uns daran, dass wahre Kreativität nicht nur Talent, sondern auch Widerstandskraft erfordert.

Daten zum Zitat

Autor:
Marie von Ebner-Eschenbach
Tätigkeit:
Österreichische Schriftstellerin
Epoche:
Realismus
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Emotion:
Keine Emotion