Wer die materiellen Genüsse des Lebens seinen idealen Gütern vorzieht, gleicht dem Besitzer eines Palastes, der sich in den Gesindestuben einrichtet und die Prachtsäle leer stehen läßt.
- Marie von Ebner-Eschenbach

Klugwort Reflexion zum Zitat
Ebner-Eschenbach stellt hier eine kraftvolle Metapher auf: Der Mensch, der materielle Genüsse über geistige oder moralische Werte stellt, vergeudet sein größtes Potenzial.
Die Idee des 'Palastes', der nicht genutzt wird, symbolisiert die höheren Möglichkeiten des Geistes – etwa Bildung, Kreativität, Weisheit oder ethische Überzeugungen. Wer diese vernachlässigt und sich nur an oberflächlichen Vergnügungen orientiert, lebt unterhalb seiner eigentlichen Möglichkeiten.
Dies fordert uns auf, über unsere eigenen Prioritäten nachzudenken. Streben wir nur nach materiellem Wohlstand und Vergnügen, oder widmen wir uns auch den immateriellen, aber oft bedeutenderen Aspekten des Lebens?
Ebner-Eschenbach erinnert uns daran, dass wahres Glück und Erfüllung nicht allein in Besitz und Genuss liegen, sondern in geistiger und moralischer Entwicklung.
Zitat Kontext
Marie von Ebner-Eschenbach war eine österreichische Schriftstellerin des 19. Jahrhunderts, bekannt für ihre gesellschaftskritischen und philosophischen Betrachtungen.
Ihr Zitat steht in einer langen Tradition moralischer Reflexionen über das Verhältnis von Materiellem und Geistigem. Ähnliche Gedanken finden sich bei Philosophen wie Epiktet oder Schopenhauer, die ebenfalls betonten, dass wahre Erfüllung nicht in materiellen Dingen zu finden ist.
In einer modernen Konsumgesellschaft bleibt dieser Gedanke relevant. Während materieller Wohlstand oft als Ziel betrachtet wird, stellt sich die Frage: Werden dadurch wirklich die 'Prachtsäle' unseres Geistes genutzt, oder überlassen wir sie der Leere?
Daten zum Zitat
- Autor:
- Marie von Ebner-Eschenbach
- Tätigkeit:
- Österreichische Schriftstellerin
- Epoche:
- Realismus
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- Emotion:
- Keine Emotion