Wer aber würde in seinen Bemühungen nicht den Dank eines begüterten und mächtigen Menschen dem Anliegen eines guten, aber mittellosen Menschen vorziehen?
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Cicero stellt in diesem Zitat die Frage nach der wahren Motivation menschlicher Handlungen und enthüllt die oft egoistischen Beweggründe, die unsere Entscheidungen beeinflussen. Es zeigt die Versuchung, den Dank und die Gunst von Reichen und Mächtigen zu suchen, anstatt uneigennützig einem Bedürftigen zu helfen, dessen Dank möglicherweise weniger sichtbar oder vorteilhaft ist.
Diese Reflexion fordert dazu auf, die eigene Ethik und die Gründe für unser Handeln zu hinterfragen. Warum handeln wir so, wie wir handeln? Suchen wir Anerkennung, Macht und Vorteile, oder folgen wir den Prinzipien von Mitgefühl und Gerechtigkeit? Cicero erinnert uns daran, dass wahre Tugend darin liegt, den moralisch richtigen Weg zu wählen, unabhängig von äußeren Belohnungen oder Anerkennung.
Das Zitat inspiriert, Entscheidungen auf der Grundlage von Werten und Integrität zu treffen und nicht von kurzfristigen Vorteilen oder Eitelkeit beeinflussen zu lassen. Es ist ein Appell, die Bedürfnisse und Anliegen derer nicht zu übersehen, die keine Macht oder Ressourcen haben, aber dennoch unserer Unterstützung und unseres Mitgefühls bedürfen.
Zitat Kontext
Marcus Tullius Cicero, ein römischer Staatsmann und Philosoph, lebte in einer Gesellschaft, die stark von Status, Macht und Reichtum geprägt war. Dieses Zitat spiegelt seine kritische Sicht auf die menschliche Neigung wider, persönliche Vorteile über moralische Verpflichtungen zu stellen.
Im historischen Kontext ist es ein Kommentar zu den sozialen und politischen Realitäten des Römischen Reiches, in dem Beziehungen und Patronage oft wichtiger waren als Gerechtigkeit oder Tugend. Ciceros Bemerkung zielt darauf ab, diese Haltung zu hinterfragen und die Bedeutung von moralischem Handeln zu betonen.
Auch heute ist dieses Zitat relevant. In einer Welt, die oft von Macht und Einfluss geprägt ist, erinnert es daran, dass wahre Integrität darin besteht, den moralisch richtigen Weg zu wählen – nicht den einfacheren oder vorteilhafteren. Ciceros Worte fordern uns auf, unsere Entscheidungen und Prioritäten kritisch zu überdenken und uns für diejenigen einzusetzen, die keine Stimme oder keine Ressourcen haben, um ihre Anliegen selbst zu vertreten.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion