Wenn nicht jeder ein so ganz übertriebenes Interesse an sich selbst nähme, so wäre das Leben so uninteressant, dass keiner es darin aushielte.

- Arthur Schopenhauer

Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat

Arthur Schopenhauer beleuchtet in diesem Zitat die paradoxe Natur des menschlichen Selbstinteresses. Die Aussage wirkt zunächst kritisch, fast zynisch, doch sie enthält eine tiefere Wahrheit: Es ist gerade unser intensives Interesse an uns selbst, das dem Leben Würze und Bedeutung verleiht. Dieses 'übertriebene Interesse' mag oft egozentrisch wirken, doch es treibt uns auch an, unsere Ziele zu verfolgen, Beziehungen zu gestalten und Sinn im Leben zu finden.

Das Zitat regt dazu an, über den Balanceakt zwischen Selbstbezogenheit und Gemeinschaftssinn nachzudenken. Wie viel Aufmerksamkeit schenken wir uns selbst, und wie viel anderen? Schopenhauers Worte erinnern uns daran, dass Selbstinteresse nicht nur ein Charakterzug, sondern auch eine Überlebensstrategie ist, die uns hilft, die Herausforderungen des Lebens zu meistern.

Gleichzeitig fordert uns das Zitat auf, dieses Selbstinteresse nicht blind auszuleben, sondern bewusst zu reflektieren. Es zeigt, dass die Stärke des menschlichen Geistes in seiner Fähigkeit liegt, sich selbst zu hinterfragen, während er dennoch nach Erfüllung strebt. Schopenhauers Worte laden dazu ein, mit einem Augenzwinkern sowohl unsere eigene Natur als auch die Dynamik des Lebens zu akzeptieren – denn ohne unser Interesse an uns selbst würde die Welt ihren Reiz verlieren.

Zitat Kontext

Arthur Schopenhauer, geboren 1788 in Danzig, war ein deutscher Philosoph, der vor allem durch sein Hauptwerk *Die Welt als Wille und Vorstellung* bekannt wurde. Er lebte in einer Zeit des Umbruchs, in der die Philosophie von der Aufklärung geprägt war und zunehmend romantische und pessimistische Züge annahm. Schopenhauer gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des philosophischen Pessimismus und setzte sich intensiv mit den Themen Leid, Selbstwahrnehmung und der Suche nach Sinn auseinander.

Dieses Zitat spiegelt Schopenhauers Sicht auf die menschliche Natur wider, die er als untrennbar mit Egoismus und Selbstinteresse verbunden sah. Für ihn war das Leben ein ständiges Streben nach Befriedigung und Sinn, das oft in Leid mündete. Doch er erkannte auch, dass dieses Streben dem Leben überhaupt erst Bedeutung verleiht.

Die Aussage entstand in einer Epoche, in der individuelle Selbstverwirklichung und gesellschaftlicher Fortschritt zunehmend betont wurden. Schopenhauer bot mit seiner Philosophie eine kritische Gegenperspektive zu diesen optimistischen Strömungen. Sein Zitat zeigt, wie eng unsere Existenz mit unserer Selbstwahrnehmung verknüpft ist – ein Gedanke, der bis heute relevant bleibt, da er die Grundlagen unseres Handelns und Empfindens berührt.

Daten zum Zitat

Autor:
Arthur Schopenhauer
Tätigkeit:
deutscher Philosoph
Epoche:
Moderne
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Emotion:
Keine Emotion