Wenn du willst, daß man dir Denkmäler setzt, mußt du wenigstens hunderttausend deiner Mitmenschen heroisch zu Tode gebracht haben.
- Voltaire

Klugwort Reflexion zum Zitat
Voltaire kritisiert in seinem Zitat auf scharfsinnige und sarkastische Weise die historische Praxis, Heldenverehrung und Denkmäler oft mit Gewalt und Krieg zu verbinden. Er macht darauf aufmerksam, dass gesellschaftliche Anerkennung und Ruhm in der Geschichte häufig auf der Opferung von Leben und der Zerstörung basieren. Mit bitterem Humor zeigt er die Absurdität und Unmoral, die in dieser Art der Glorifizierung von Gewalt liegt. Seine Worte stellen die Frage: Warum wird jemand, der so viel Leid verursacht hat, als Held gefeiert?
Dieses Zitat regt dazu an, über die Werte nachzudenken, die wir in unserer Gesellschaft feiern. Es fordert uns auf, die Menschen und Handlungen, die wir bewundern, kritisch zu hinterfragen. Voltaire zeigt, dass Ruhm und Heldentum oft nicht auf konstruktiven oder moralischen Taten beruhen, sondern auf Macht und Gewalt. In einer Welt, die immer noch von Konflikten geprägt ist, bleibt seine Aussage relevant, da sie uns dazu auffordert, unsere Definition von Heldenhaftigkeit zu überdenken und den Fokus auf friedliche und lebensfördernde Leistungen zu legen.
Darüber hinaus erinnert das Zitat daran, wie Geschichte geschrieben wird – oft aus der Perspektive der Sieger, die ihre Gewaltakte als heroisch darstellen. Es ermutigt uns, historische und gegenwärtige Narrative kritisch zu prüfen und die wahre Bedeutung von Heldentum zu hinterfragen. Voltaires Zynismus ruft dazu auf, uns bewusst zu machen, dass echte Größe und Denkmalwürdigkeit nicht in Zerstörung, sondern in Mitgefühl, Weisheit und der Schaffung von Frieden liegen.
Zitat Kontext
Voltaire, einer der bedeutendsten Philosophen der Aufklärung, war bekannt für seine scharfsinnige Kritik an Autorität, Religion und gesellschaftlichen Missständen. Dieses Zitat spiegelt seine tiefe Skepsis gegenüber der glorifizierenden Darstellung von Macht und Gewalt wider, die in der Geschichte häufig anzutreffen ist. Es entstammt einer Epoche, in der Europa von Kriegen und monarchischer Herrschaft geprägt war, und kommentiert ironisch die Praxis, Kriegsherren und Könige für ihre gewaltsamen Taten zu ehren.
Im historischen Kontext zielte Voltaire auf die Heroisierung von Krieg und Eroberung ab, die in seiner Zeit weit verbreitet war. Die Errichtung von Denkmälern für Feldherren und Monarchen, die oft durch Kriege Ruhm erlangten, spiegelte eine gesellschaftliche Haltung wider, die Gewalt als legitimes Mittel zur Erlangung von Macht und Ruhm ansah. Voltaire hinterfragte diese Werte und setzte sich für Toleranz, Vernunft und Menschlichkeit ein.
Auch heute bleibt dieses Zitat relevant, da es eine zeitlose Kritik an der Verherrlichung von Gewalt und Machtstrukturen darstellt. Es fordert dazu auf, Denkmäler und ihre Bedeutung kritisch zu betrachten und darüber nachzudenken, welche Werte und Taten wir wirklich ehren sollten. Voltaires Worte sind ein Appell, das Streben nach Ruhm und Anerkennung nicht mit Gewalt, sondern mit der Förderung des Gemeinwohls und der Achtung vor dem Leben zu verbinden.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Voltaire
- Tätigkeit:
- französischen Schriftsteller, Philosoph und Intellektueller
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion