Wenn du ihr mit fünfzehn gesagt hättest, dass sie mit zwanzig Jahren mit glatzköpfigen Männern ins Bett gehen wird und es ihr gefällt, hätte sie dich für sehr abstrakt gehalten.
- Herbert George Wells

Klugwort Reflexion zum Zitat
Herbert George Wells spielt in diesem Zitat humorvoll mit der Diskrepanz zwischen jugendlichen Vorstellungen und den Realitäten des Erwachsenwerdens. Es zeigt, wie sich unsere Wahrnehmung mit der Zeit verändert – Dinge, die uns in jungen Jahren unvorstellbar erscheinen, werden oft ganz selbstverständlich.
Diese Betrachtung verweist auf eine universelle Erfahrung: die Entwicklung und Reifung menschlicher Wünsche und Präferenzen. Was uns in einem Lebensabschnitt absurd oder unvorstellbar erscheint, wird in einem anderen völlig normal. Wells zeigt auf, dass unser Blick auf die Welt nicht statisch ist, sondern sich ständig wandelt.
Das Zitat regt dazu an, über unsere eigenen Vorstellungen von Zukunft und Veränderung nachzudenken. Wie oft haben wir in jungen Jahren gedacht, dass bestimmte Dinge 'niemals' passieren werden – nur um später festzustellen, dass sie ganz natürlich wurden? Wells fordert uns auf, die Relativität unserer Perspektiven zu erkennen und offen für Veränderung zu sein.
Kritisch könnte man fragen, ob das Zitat nicht zu sehr vereinfacht. Sind alle jugendlichen Überzeugungen tatsächlich nur eine Frage der Zeit? Oder gibt es Dinge, die sich nicht mit dem Alter relativieren? Doch Wells’ Zitat ist weniger eine absolute Wahrheit als eine augenzwinkernde Beobachtung des Lebens. Seine Worte laden dazu ein, über unsere eigene Entwicklung zu lachen – und über die Dinge nachzudenken, die wir uns heute noch nicht vorstellen können, die aber vielleicht in der Zukunft ganz selbstverständlich sein werden.
Zitat Kontext
Herbert George Wells (1866–1946) war ein britischer Schriftsteller, bekannt für seine visionären Science-Fiction-Romane, aber auch für seine scharfsinnigen gesellschaftlichen Beobachtungen. Seine Werke enthalten oft eine humorvolle, aber treffende Analyse menschlicher Denkweisen.
Das Zitat steht im Kontext von Wells’ allgemeiner Sicht auf die menschliche Natur. Er erkannte, dass viele unserer Überzeugungen und Abneigungen nur temporär sind und dass sich unser Blick auf die Welt mit zunehmender Erfahrung verändert.
Historisch betrachtet, lebte Wells in einer Zeit des gesellschaftlichen Wandels, in der traditionelle Vorstellungen von Moral, Liebe und Beziehungen hinterfragt wurden. Sein Zitat kann als ironischer Kommentar zur menschlichen Fähigkeit gesehen werden, sich an Dinge zu gewöhnen, die einst unvorstellbar schienen.
Auch heute bleibt das Zitat aktuell. In einer Welt, in der sich Normen und Vorstellungen ständig weiterentwickeln, stellt sich die Frage: Welche Dinge erscheinen uns heute undenkbar – und werden in ein paar Jahren völlig normal sein? Wells’ Worte laden dazu ein, über den Wandel unserer eigenen Perspektiven nachzudenken – und ihn mit Humor zu nehmen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Herbert George Wells
- Tätigkeit:
- britischer Schriftsteller, Historiker und Soziologe
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion