Wenn du dich auf das Buch, das sich Heilige Schrift nennt, verlässt, verlässt du dich auf den morschen Stab der Fabeln und der Falschheit.

- Thomas Paine

Thomas Paine

Klugwort Reflexion zum Zitat

Thomas Paines Zitat ist eine scharfe Kritik an der blinden Abhängigkeit von religiösen Texten, insbesondere der sogenannten ‚Heiligen Schrift‘, ohne kritisches Hinterfragen. Er sieht diese Texte nicht als unfehlbare Quelle der Wahrheit, sondern als Ansammlung von Fabeln und Falschheiten, die oft unkritisch akzeptiert werden. Das Bild des ‚morschen Stabs‘ verdeutlicht die Fragilität und Unzuverlässigkeit dieser Grundlage, wenn sie ohne eigenes Denken oder Skepsis übernommen wird.

Paine ruft dazu auf, den Verstand über den Glauben zu stellen. Sein Appell fordert, dass Menschen ihre eigenen Schlussfolgerungen ziehen und nicht blind den Autoritäten religiöser Texte oder Institutionen folgen. Das Zitat ist ein Aufruf zur Eigenverantwortung und zur Befreiung von dogmatischen Strukturen, die er als Hindernis für Wahrheit und Fortschritt betrachtet.

Die Aussage lädt dazu ein, sich mit der eigenen Haltung gegenüber religiösen und philosophischen Texten kritisch auseinanderzusetzen. Sie mahnt, dass wahre Erkenntnis nicht aus passivem Akzeptieren, sondern aus aktivem Denken und Hinterfragen entsteht. Paines Worte sind eine Erinnerung daran, dass der Glaube, wenn er nicht durch Vernunft gestützt wird, leicht zu Irrtum und Täuschung führen kann.

In einer Zeit, in der sowohl religiöser Fundamentalismus als auch die Abkehr von traditionellen Glaubenssystemen in der Gesellschaft existieren, bleibt Paines Zitat relevant. Es ermutigt dazu, nicht nur religiöse, sondern auch ideologische Überzeugungen kritisch zu prüfen und den Mut zu haben, unabhängig zu denken. Seine Worte fordern Respekt vor der Wahrheit und die Bereitschaft, diese durch rationales und offenes Nachdenken zu suchen.

Zitat Kontext

Thomas Paine, ein einflussreicher Denker und Revolutionär des 18. Jahrhunderts, war bekannt für seine Werke wie *Common Sense* und *The Age of Reason*, in denen er die Prinzipien der Aufklärung verteidigte. Dieses Zitat stammt aus seiner Kritik an institutionalisierten Religionen und deren Texten, die er oft als Mittel der Kontrolle und Manipulation ansah.

Im historischen Kontext war Paines Haltung revolutionär. Während viele seiner Zeitgenossen noch stark von religiösen Dogmen geprägt waren, vertrat er eine rationale, säkulare Weltsicht, die auf Vernunft und Wissenschaft beruhte. Sein Werk stellte die Autorität der Kirche infrage und betonte die Wichtigkeit individueller Freiheit und Eigenverantwortung.

Heute ist Paines Botschaft von großer Bedeutung in einer pluralistischen Gesellschaft, die oft zwischen Tradition und Modernität schwankt. Sein Zitat fordert dazu auf, den eigenen Glauben und die Quellen unserer Überzeugungen kritisch zu prüfen und die Suche nach Wahrheit nicht durch blinde Akzeptanz zu ersetzen.

Daten zum Zitat

Autor:
Thomas Paine
Tätigkeit:
brit.-amerik. politischer Aktivist, Schriftsteller und Intellektueller
Epoche:
Aufklärung
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Emotion:
Keine Emotion