Was gibt es Erfreulicheres, als einen neben sich zu haben, mit dem du über alles sprechen darfst, wie mit dir selbst? Wie würde der Genuß bei glücklichen Einfällen so groß sein, wenn du keinen Freund hättest, der sich ebenso darüber freute, wie du selbst? Widerwärtiges aber zu ertragen, würde schwer sein, ohne einen, der es noch schmerzlicher fühlte, wie du selbst.
- Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat
Cicero beschreibt in diesem Zitat die zentrale Bedeutung von Freundschaft im Leben eines Menschen. Für ihn ist ein wahrer Freund jemand, mit dem man alle Gedanken und Gefühle teilen kann – in Momenten der Freude ebenso wie in Zeiten des Leids. Freundschaft wird hier als ein Austausch dargestellt, der Freude verdoppelt und Schmerz mindert, da der Freund sowohl an den Höhen als auch an den Tiefen des Lebens teilnimmt.
Dieses Zitat lädt dazu ein, über die eigene Vorstellung von Freundschaft nachzudenken. Es verdeutlicht, dass Freundschaft mehr ist als bloße Gesellschaft oder Unterhaltung; sie ist eine tiefe, aufrichtige Verbindung, die auf gegenseitigem Vertrauen, Verständnis und Mitgefühl basiert. Ein Freund ist nicht nur ein Begleiter, sondern ein Mitstreiter, der die gleichen Freuden teilt und die gleichen Lasten trägt.
In einer modernen Welt, die oft von Oberflächlichkeit und Schnelllebigkeit geprägt ist, erinnert Ciceros Weisheit daran, wie wichtig echte, tiefe Beziehungen sind. Seine Worte mahnen, Zeit und Energie in Freundschaften zu investieren, die von gegenseitiger Offenheit und Empathie geprägt sind. Diese Verbindungen geben dem Leben Stabilität, Sinn und Freude, da sie uns ermöglichen, sowohl glückliche als auch schwierige Zeiten nicht allein durchzustehen.
Zitat Kontext
Marcus Tullius Cicero, ein römischer Staatsmann, Philosoph und Redner, schrieb dieses Zitat im Kontext seiner Überlegungen zur menschlichen Natur und sozialen Beziehungen. In einer Zeit, in der politische Allianzen und persönliche Freundschaften oft eng miteinander verbunden waren, betrachtete Cicero Freundschaft als eine der höchsten Formen menschlicher Bindung.
Im historischen Kontext des antiken Roms war Freundschaft nicht nur ein privates, sondern auch ein politisches Gut. Cicero sah in ihr eine Verbindung, die auf Tugend und gegenseitigem Respekt basierte, anstatt auf bloßem Nutzen. Seine Philosophie der Freundschaft, wie sie in Werken wie *Laelius de Amicitia* zum Ausdruck kommt, hebt die moralische und emotionale Dimension echter Freundschaft hervor.
Heute bleibt diese Perspektive universell und zeitlos. In einer Gesellschaft, die oft von individuellen Zielen und digitaler Kommunikation geprägt ist, erinnert Ciceros Zitat daran, dass wahre Freundschaft auf tiefem Verständnis und aufrichtiger Teilhabe am Leben des anderen beruht. Seine Worte laden dazu ein, die Qualität unserer Freundschaften zu pflegen und die Bedeutung solcher Beziehungen für unser Wohlbefinden und unsere Lebensfreude zu erkennen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Cicero
- Tätigkeit:
- römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
- Epoche:
- Klassische Antike
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- Emotion:
- Keine Emotion