Was aber der Geiz im Greisenalter bedeuten soll, sehe ich nicht ein. Kann es denn wohl etwas Ungereimteres geben als je weniger Weg noch übrig ist, noch desto mehr Reisegeld zu suchen?

- Cicero

Cicero

Klugwort Reflexion zum Zitat

Ciceros Zitat ist eine kluge Reflexion über die Absurdität von Geiz im hohen Alter. Er stellt die Frage, warum Menschen, die nur noch eine begrenzte Lebenszeit vor sich haben, weiterhin unermüdlich Reichtum anhäufen, anstatt ihn zu genießen oder sinnvoll einzusetzen.

Dies verweist auf eine tief verwurzelte menschliche Tendenz: Viele Menschen klammern sich an Besitz, selbst wenn sie ihn nicht mehr nutzen können. Dies kann aus Angst vor Unsicherheit, Gewohnheit oder aus einer fixierten Lebensweise resultieren, die das Anhäufen von Reichtum zum Selbstzweck gemacht hat.

Das Zitat regt dazu an, über die Bedeutung von Wohlstand nachzudenken. Was nützt Reichtum, wenn er nicht zu einem erfüllten Leben beiträgt? Es fordert uns auf, bewusster mit unseren Ressourcen umzugehen und die Balance zwischen Sparsamkeit und Genuss zu finden.

Zitat Kontext

Marcus Tullius Cicero war ein römischer Philosoph, Redner und Staatsmann, bekannt für seine tiefgründigen Analysen menschlicher und gesellschaftlicher Verhaltensweisen.

Dieses Zitat entstammt seinem Werk über das Alter ('Cato Maior de Senectute'), in dem er über die Tugenden und Herausforderungen des Alters reflektiert.

Seine Beobachtung über Geiz im Alter zeigt, dass wirtschaftliche Besessenheit kein modernes Phänomen ist, sondern tief in der menschlichen Natur verwurzelt ist. Viele Menschen fürchten sich davor, loszulassen, selbst wenn sie rational erkennen, dass sie ihre Reichtümer nicht mitnehmen können.

Auch heute ist dieser Gedanke relevant. In einer Welt, die oft materiellen Besitz über persönliche Erfüllung stellt, bleibt Ciceros Einsicht eine zeitlose Mahnung: Wohlstand sollte ein Mittel für ein gutes Leben sein – und nicht ein Selbstzweck, der uns davon abhält, unser verbleibendes Leben sinnvoll zu nutzen.

Daten zum Zitat

Autor:
Cicero
Tätigkeit:
römischer Staatsmann, Anwalt, Schriftsteller und Philosoph
Epoche:
Klassische Antike
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Emotion:
Keine Emotion