Vom Eise befreit sind Strom und Bäche/ Durch des Frühlings holden, belebenden Blick;/ Im Tale grünet Hoffnungsglück.

- Johann Wolfgang von Goethe

Johann Wolfgang von Goethe

Klugwort Reflexion zum Zitat

Johann Wolfgang von Goethes Verse zeichnen ein lebendiges Bild des Frühlings, das sowohl die Natur als auch die menschliche Seele anspricht. Der Übergang von Winter zu Frühling symbolisiert nicht nur eine klimatische Veränderung, sondern auch die Befreiung von Stillstand und Kälte. Strom und Bäche, die nun wieder fließen können, stehen für die Dynamik und Lebendigkeit, die der Frühling mit sich bringt. Das „Hoffnungsglück“, das im Tal grünt, verkörpert eine neue Zuversicht und das Wiedererwachen von Lebensfreude und Optimismus.

Diese Worte laden dazu ein, über die Parallelen zwischen den Jahreszeiten und den inneren Zuständen des Menschen nachzudenken. Der Winter, oft mit Stagnation oder Rückzug assoziiert, wird durch den Frühling abgelöst, der Erneuerung und Hoffnung bringt. Goethe zeigt, wie eng die Natur mit der menschlichen Psyche verbunden ist: Der Frühling schenkt nicht nur der Landschaft neues Leben, sondern weckt auch in uns den Wunsch nach Neubeginn und Wachstum.

Das Zitat inspiriert dazu, die zyklische Natur des Lebens zu akzeptieren und in Zeiten der Dunkelheit auf die bevorstehende Erneuerung zu vertrauen. Es erinnert daran, dass Hoffnung auch in schwierigen Zeiten keimen kann, ähnlich wie das frische Grün, das nach dem Winter in den Tälern erscheint. Goethes Worte sind eine zeitlose Einladung, die Schönheit und die Kraft der Natur wahrzunehmen und sie als Quelle der Inspiration und des Trostes zu nutzen.

Zitat Kontext

Johann Wolfgang von Goethe, einer der einflussreichsten deutschen Dichter, schrieb diese Zeilen als Auftakt zum „Osterspaziergang“ in seinem Werk *Faust*. Sie stehen in einem Moment des Übergangs und des Neubeginns, der durch das Frühlingserwachen symbolisiert wird. In der christlichen Tradition, mit der die Szene eng verknüpft ist, steht Ostern für die Auferstehung und das Wiedererwachen des Lebens – ein Thema, das Goethe hier poetisch mit der Natur verbindet.

Im historischen Kontext der Weimarer Klassik, die Harmonie zwischen Mensch und Natur betonte, verdeutlichen diese Verse Goethes Verständnis von Natur als Spiegelbild der menschlichen Existenz. Der Frühling steht für Hoffnung, Erneuerung und die Überwindung von Widrigkeiten, ein Motiv, das in einer Zeit politischer und gesellschaftlicher Umbrüche besonders resonant war.

Auch heute bleibt diese Passage aktuell, da sie universelle Themen wie Hoffnung, Erneuerung und die untrennbare Verbindung zwischen Mensch und Natur anspricht. Sie erinnert uns daran, dass in jedem Ende ein neuer Anfang liegt und dass selbst nach den dunkelsten Zeiten das Leben mit frischem Schwung und Optimismus weitergeht. Goethes Worte laden dazu ein, den Frühling nicht nur als Jahreszeit, sondern auch als Metapher für innere Erneuerung zu begreifen.

Daten zum Zitat

Autor:
Johann Wolfgang von Goethe
Tätigkeit:
Dichter, Schriftsteller, Naturwissenschaftler,
Epoche:
Klassik
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Emotion:
Keine Emotion