Schmerzlichstes Abbild der Zivilisation: ein Löwe, der die Gefangenschaft gewohnt war und, der Wildnis zurückgegeben, dort auf und ab geht wie vor Gitterstäben.
- Karl Kraus

Klugwort Reflexion zum Zitat
Karl Kraus nutzt in diesem Zitat die Metapher eines Löwen, der nach Jahren der Gefangenschaft seine Freiheit nicht mehr nutzen kann. Dieses Bild steht sinnbildlich für den Menschen in der modernen Zivilisation, der sich so sehr an gesellschaftliche Einschränkungen gewöhnt hat, dass er selbst in Freiheit gefangen bleibt.
Diese Reflexion fordert dazu auf, die Auswirkungen von Anpassung und Gewohnheit auf das individuelle Verhalten zu hinterfragen. Kraus zeigt, wie tiefgreifend äußere Zwänge das innere Empfinden und Handeln prägen können. Selbst wenn äußere Barrieren verschwinden, bleiben oft innere Hemmungen bestehen.
In einer Zeit, in der Menschen durch gesellschaftliche Normen und Zwänge stark beeinflusst werden, bleibt diese Botschaft aktuell. Sie mahnt dazu, sich der eigenen inneren Grenzen bewusst zu werden und echte Freiheit zu suchen.
Das Zitat inspiriert dazu, über die eigene Anpassung an gesellschaftliche Strukturen nachzudenken und innere Freiheit als essenziell für persönliche Entfaltung zu erkennen.
Zitat Kontext
Karl Kraus (1874–1936) war ein österreichischer Schriftsteller und Satiriker, bekannt für seine kritische Auseinandersetzung mit Gesellschaft und Medien.
Dieses Zitat reflektiert Kraus' scharfe Kritik an den Zwängen der Zivilisation. Er veranschaulicht, wie gesellschaftliche Normen das individuelle Verhalten dauerhaft prägen.
Seine Gedanken bleiben relevant, da sie zur Reflexion über persönliche Freiheit und die Auswirkungen gesellschaftlicher Zwänge anregen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Karl Kraus
- Tätigkeit:
- österreichischer Schriftsteller, Publizist, Satiriker und Dramatiker
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion