Meine nur nicht, daß dir Leute, die du überlistet hast, so lächerlich sind, wie du es dir selbst bist, wenn sie dich überlistet haben.
- François de La Rochefoucauld

Klugwort Reflexion zum Zitat
François de La Rochefoucauld wirft in diesem Zitat einen kritischen Blick auf menschliche Eitelkeit und Täuschung. Er stellt fest, dass wir oft dazu neigen, andere herabzusetzen, wenn wir sie überlisten, während unser eigenes Scheitern uns tiefer trifft und unser Selbstbild erschüttert. Diese Asymmetrie zeigt die subtilen Dynamiken von Stolz und Selbstwahrnehmung.
Die Reflexion lädt dazu ein, über die Natur von Täuschung und Selbsterkenntnis nachzudenken. Wenn wir andere überlisten, fühlen wir uns überlegen und nehmen die Situation mit Leichtigkeit. Doch wenn wir selbst überlistet werden, empfinden wir Scham und Unbehagen, da unsere Schwächen aufgedeckt wurden. La Rochefoucauld erinnert uns daran, dass unser Urteil oft verzerrt ist und wir die Perspektive anderer kaum berücksichtigen.
Dieses Zitat fordert dazu auf, demütig zu bleiben und sich der eigenen Fehlbarkeit bewusst zu sein. Es regt dazu an, unsere Überheblichkeit zu hinterfragen und Mitgefühl für diejenigen zu entwickeln, die wir vermeintlich überlistet haben. Statt Schadenfreude zu empfinden, sollten wir uns daran erinnern, wie es sich anfühlt, selbst Ziel einer Täuschung zu sein.
La Rochefoucaulds Worte inspirieren dazu, die menschliche Schwäche in ihrer Gesamtheit anzunehmen. Sie fordern uns auf, die Dynamik von Täuschung und Stolz auszugleichen, indem wir unser eigenes Verhalten reflektieren und ein besseres Verständnis für die Gefühle und Perspektiven anderer entwickeln.
Zitat Kontext
François de La Rochefoucauld, ein französischer Schriftsteller des 17. Jahrhunderts, war bekannt für seine prägnanten und scharfsinnigen Aphorismen, die die menschliche Natur und ihre Schwächen beleuchten. Dieses Zitat stammt aus seinen 'Maximen', einer Sammlung von Beobachtungen über Moral und menschliches Verhalten.
Historisch gesehen reflektiert das Zitat die höfische Gesellschaft der damaligen Zeit, in der List und Manipulation oft zum sozialen Spiel gehörten. La Rochefoucauld entlarvt die Eitelkeit und Doppelmoral, die mit solchen Interaktionen einhergehen, und plädiert für eine ehrlichere Selbsteinschätzung.
Auch heute bleibt das Zitat aktuell, da es die universelle Dynamik von Täuschung und Selbstwahrnehmung beschreibt. In einer Welt, die oft von Konkurrenzdenken geprägt ist, erinnert La Rochefoucauld daran, dass unsere eigene Perspektive verzerrt sein kann. Seine Worte laden dazu ein, bewusster mit Stolz und Demütigung umzugehen und die Emotionen anderer zu berücksichtigen.
Daten zum Zitat
- Autor:
- François de La Rochefoucauld
- Tätigkeit:
- französischer Adliger, Soldat und Schriftsteller
- Epoche:
- Aufklärung
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- Emotion:
- Keine Emotion