Kritiker gibt es, deren jeder vermeint, bei ihm stände es, was gut und was schlecht sein solle; indem er seine Kindertrompete für die Posaune der Fama hält.
- Arthur Schopenhauer

Klugwort Reflexion zum Zitat
Schopenhauer kritisiert in diesem Zitat die Selbstüberschätzung mancher Kritiker, die glauben, über absolute Urteile in Bezug auf Gut und Schlecht entscheiden zu können. Die Metapher der „Kindertrompete“, die für die „Posaune der Fama“ gehalten wird, verdeutlicht auf humorvolle Weise die Diskrepanz zwischen ihrer tatsächlichen Bedeutung und dem, was sie sich selbst zuschreiben.
Diese Worte regen dazu an, die Rolle von Kritikern und Kritik zu hinterfragen. Schopenhauer zeigt, wie leicht subjektive Meinungen mit objektiver Wahrheit verwechselt werden können, insbesondere wenn sie mit übermäßigem Selbstbewusstsein vorgetragen werden. Er erinnert uns daran, dass Kritik oft mehr über den Kritiker selbst aussagt als über das Werk, das er bewertet.
Das Zitat lädt uns ein, mit einer gewissen Demut an die Bewertung von Kunst, Literatur oder anderen kreativen Leistungen heranzugehen. Es fordert sowohl Kritiker als auch Leser dazu auf, zwischen fundierter Analyse und bloßer Meinungsäußerung zu unterscheiden. In einer modernen Welt, in der Meinungen durch soziale Medien oft wie unumstößliche Wahrheiten behandelt werden, bleibt Schopenhauers Beobachtung besonders relevant.
Sein Zitat mahnt zur Reflexion: Wie oft lassen wir uns von lauter Kritik beeinflussen, ohne ihren wahren Wert zu hinterfragen? Es ermutigt dazu, sich nicht blind auf die Meinungen anderer zu verlassen, sondern selbstständig zu urteilen und eine differenzierte Perspektive einzunehmen.
Zitat Kontext
Arthur Schopenhauer war bekannt für seinen scharfen Stil und seine kritische Haltung gegenüber zeitgenössischen Denkern und Autoren. Dieses Zitat reflektiert seine Skepsis gegenüber der Autorität von Kritikern, die oft mehr an Selbstdarstellung als an wahrer Einsicht interessiert sind.
Im historischen Kontext des 19. Jahrhunderts war Schopenhauer selbst Opfer oberflächlicher Kritiken und erhielt zu Lebzeiten weniger Anerkennung, als er für seine philosophischen Werke erwartete. Seine Worte können daher auch als Reaktion auf persönliche Erfahrungen mit Kritik interpretiert werden.
Heute bleibt seine Beobachtung zeitlos, besonders in einer Gesellschaft, in der die Meinung einzelner Kritiker oder Influencer oft großen Einfluss auf öffentliche Wahrnehmungen hat. Schopenhauers Worte erinnern daran, die Autorität von Kritikern nicht ungeprüft zu akzeptieren und stattdessen eine eigene, fundierte Meinung zu entwickeln. Es ist eine Mahnung, zwischen echter Kritik und bloßer Eitelkeit zu unterscheiden.
Daten zum Zitat
- Autor:
- Arthur Schopenhauer
- Tätigkeit:
- deutscher Philosoph
- Epoche:
- Moderne
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- Emotion:
- Keine Emotion